Fischtenkreuzschnabel

Der Christvogel balzt wieder

  • Redaktion Naturschutz
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Der einheimische Fichtenkreuzschnabel wird auch Christvogel genannt, weil er bereits zur Weihnachtszeit zu balzen beginnt und seine Partnerin mit schmackhaften, selbst gesuchten Fichten- spezialitäten beschenkt und zu verführen versucht. Oft hängt er wie eine Christbaumkugel an Tannästen und pickt seine Nahrung aus den Zapfen. Dabei kommt ihm sein gekreuzter Schnabel zugute. Der Fichtenkreuzschnabel gehört zu den einheimischen Singvögeln. Er lebt in Wäldern mit einem hohen Anteil an Fichten, denn diese liefern seine Hauptnahrung. Das Markenzeichen dieses Vogels, der nur so gross wie eine Meise wird, ist der gekreuzte Schnabel. Der Oberschnabel führt seitlich am Unterschnabel vorbei. Der Kreuzschnabel hat sich auf die Samen der Tannzapfen spezialisiert. Mit seinem gekreuzten Schnabel gelingt es ihm, die Zwischenräume der Zapfen zu spreizen und die Samen geschickt herauszupicken. Diese perfekte Anpassung der Natur hat dem Kreuzschnabel über die Jahrtausende der Evolution einen grossen Vorteil gegenüber anderen samenfressenden Singvögeln unserer einheimischen Wälder verschafft. Damit der Vogel alle Samen aus den Fichtenzapfen herauspicken kann, vollbringt er akrobatische Kunststücke. Er ist nicht nur ein guter Flieger, sondern auch ein perfekter Kletterkünstler.

Zur Weihnachtszeit sind die Fichtensamen fast reif geworden und die Kreuzschnäbel finden reichlich Nahrung. Dies hilft den Männchen bei ihrer weihnachtlichen Balz, die Weibchen mit den besten Häppchen zu verführen. Die Männchen haben sich ihr Hochzeitskleid angelegt. Mit ihrer gelb-oranger Brust leuchten sie fast wie Weihnachtskugeln in den Tannen. Bald schon wird das Nest gebaut und noch im Hochwinter die ersten Eier gelegt. So können auch die flügge gewordenen Jungvögel von den reifen Fichtenzapfen profitieren. Oft haben die Kreuzschnäbel zwei Bruten in einer Saison, und ein Paar kann so in einem einzigen Winter eine ganze Schar junger Kreuzschnäbel grossziehen.

Im Tierpark Goldau bewohnen die Fichtenkreuzschnäbel zusammen mit Alpendohlen und Schwarzspechten eine Voliere. Die Kreuzschnäbel des Tierparks haben im Gegensatz zu ihren Artgenossen ausserhalb des Parks das ganze Jahr Weihnachten, denn die Tierpfleger versorgen sie in regelmässigen Abständen mit frischen Fichtenzweigen und -zapfen.

Text: Natur- und Tierpark Goldau

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Tierpark Goldau

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