120px-Feldlerche_IMG_7818

Der Baumpieper und Co. haben’s schwer

  • Daniela Cervenka
  • 1

Wildtiere und Wildpflanzen haben es in der Landwirtschaft schon immer schwer gehabt. Auf dem Maisfeld soll nur Mais wachsen und ja kein „Unkraut“. Seit 1992 wird in der schweizerischen Landwirtschaft wieder vermehrt auf Ökologie gesetzt, mit sogenannten ökologischen Ausgleichsflächen. Sie sollen den Tieren und Pflanzen kleinräumige Nischen bieten und so den Biodiversitäts-Verlust in der Landwirtschaft stoppen. Leider zeigen die neusten Bestandsaufnahmen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, dass es für gewisse Vogelarten nicht besonders heiter aussieht.

Auf einer repräsentativen Untersuchungsfläche sind seit mehr als 20 Jahren rund zwei drittel des Feldlerchen Bestandes verschwunden. Auch die Bestände des Braunkehlchens und des Baumpiepers sind um 50 Prozent zurückgegangen. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt in ihrem Artikel, dass diese Bestandeinbrüche durch die Verschlechterung des Lebensraums zu begründen sind. Als Beispiel wird die Abnahme von artenreichen Magerwiesen oder Feuchtgebieten genannt. Auch die immer intensivere Nutzung der Wiesen ist ein grosses Problem für die bodenbrütenden Vögel.

Der Anteil an ökologischen Ausgleichsflächen ist laut der letzten Evaluation des Bundesamts für Landwirtschaft sogar über dem gesetzten Ziel. Wie kann es denn sein, dass trotz mehr Ausgleichsflächen die Biodiversität immer noch sinkt? Laut einer Studie der Agroscope sind nicht alle ausgewiesenen Flächen auch tatsächlich von Qualität. Beispielsweise, seien gewisse Flächen zu klein und kaum mit anderen Lebensräumen vernetzt.

Es ist wichtig in Zukunft direkt mit den Landwirten zusammen zu sitzen und sie zu beraten, denn wie eine Studie gezeigt hat, kann durch eine gesamtbetriebliche Beratung nicht nur die Qualität der Flächen erhöht werden sondern auch die Bereitschaft der Landwirte kann gesteigert werden.

Studie: Gesamtbetriebliche Beratung steigert Qualität und Quantität von Ökoausgleichsflächen

Studie Agroscope: Operationalisierung der Umweltziele Landwirtschaft 

weitere Informationen

Bild: von Vogelartinfo (Eigenes Werk) [GFDL 1.2], via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • Ferdi Projer

    ein Grüazi aus Bonaduz (GR)

    als aktiver Feldornithologe sind mir die Probleme in der Landwirtschaft bekannt, die Direktzahlungen werden am falschen Ort eingesetzt.
    Ein kleiner Feldlerchen-Bestand kann sich in den intensiv bewirtschafteten und stark mechanisierten Flächen kaum halten,
    Bruten kommen wenige auf.
    Die AP 2014-17 geht in die falsche Richtung.

    freundliche Grüsse

    Ferdi Proyer

    Antworten

Beitrag kommentieren