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Der Baumeister Biber erobert Zürich

  • Julia Hatzl
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Der Biber breitet sich im Kanton Zürich weiter aus, wie die neuste Erhebung zeigt. Im nördlichen Kantonsteil scheint das Potenzial für neue Reviere zwar allmählich erschöpft. Doch im Süden des Kantons dürfte sich der einst ausgestorbene Nager in den nächsten Jahren weiter ausbreiten. Als «Baumeister der Natur» gestaltet der Biber wertvolle, artenreiche Lebensräume.

Wie die Baudirektion des Kanton Zürich berichtet, breitet sich breitet sich der Biber seit seiner Wiederansiedlung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nach und nach entlang der einstmals von ihm bewohnten Gewässer aus – auch im Kanton Zürich. Insbesondere im nördlichen Kantonsteil besiedelten seither sowohl Einzeltiere und als auch ganze Biberfamilien laufend neue Gewässerabschnitte. Alle drei Jahre lässt die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich erheben, wo sich Biber im Kanton angesiedelt haben und in welcher Zahl. Da sich die scheuen Nager kaum je selbst blicken lassen, wertet man ihre Spuren aus. Dafür schreiten freiwillige Helferinnen und Helfer alle relevanten Gewässerabschnitte im Kanton ab, insgesamt über 950 Kilometer. Nun liegen die Resultate des neusten Bibermonitorings vor, das auf Erhebungen aus dem letzten Winter basiert. Dort, wo es dabei zu Konflikten mit dem Menschen kommt, greift die Biberfachstelle unterstützend ein.

Reviere dichter besiedelt

Wie die Spuren zeigten, leben im Kanton Zürich inzwischen knapp 400 Biber, die sich auf gut 100 Reviere verteilen.

Populationsentwicklung

Während im Norden des Kantons die Anzahl Reviere stabil blieb, nahm sie im Süden zu. Der Biber-Bestand im Kanton hat in den letzten drei Jahren um 29 Prozent zugenommen, die Anzahl Reviere um 22 Prozent. Damit hat die Population stärker zugenommen als in der Vorperiode, die Zunahme der Reviere hat sich gegenüber der letzten Erhebung verlangsamt, wobei deutlich mehr neue Familienreviere entstanden als Einzel- bzw. Paar-Reviere. Die Besiedlungsdichte in den einzelnen Revieren stieg demnach an. Wie in anderen Tierarten beobachtet wird der Bestand einen natürlichen Sättigungspunkt erreichen, an dem alle Reviere besiedelt sind.

Entwicklung_Reviere

Züri’s Stadtbiber

Wie sich bereits bei der Erhebung 2014 zeigte, dürften im Norden des Kantons die guten Reviere mittlerweile besetzt und das Lebensraumpotenzial für Biber damit allmählich ausgeschöpft sein. Anders im südlichen Kantonsteil. Neue Reviere sind etwa im Einzugsgebiet der Glatt sowie entlang der Reuss, der Limmat und der Töss entstanden.

© Christof Angst
© Christof Angst

Ganz neu besiedelt wurde die Kempt, die Töss oberhalb von Winterthur sowie der Bolsternbach bei Kollbrunn. Der Biber konnte zudem erstmals auf dem Gebiet der Stadt Zürich nachgewiesen werden. Weiterhin vom Biber unbesetzt bleiben der Zürichsee, die Sihl, die Reppisch, der Pfäffikersee und die Eulach. Zwar fördert der Kanton Zürich die Ausbreitung des Bibers nicht aktiv, eine Besiedelung dieser Gewässer ist in den nächsten Jahren dennoch möglich.

Mit einfachen Mitteln Konflikte minimieren

Wo sich der Biber niederlässt, gestaltet er als emsiger «Baumeister der Natur» die Landschaft aktiv mit. Er schafft dabei ungewöhnlich artenreiche Lebensräume, was ihn zu einem willkommenen Helfer bei der Rückkehr seltener Pflanzen und Tiere macht, so etwa des Eisvogels, der Geburtshelferkröte, der Ringelnatter oder von Wattvögeln und Rallen. Auch Fische werden in vom Biber bewohnten Gewässern zahlreicher. Er gestaltet seine Umgebung aktiv mit und seine

Zur Schaffung von Transportwegen und um an Nahrung zu kommen fällt der Biber Bäume, staut Bäche und untergräbt zuweilen Strassen und Wege. Das kann zu Konflikten führen. In solchen Fällen hilf die Biberfachstelle des Kantons Zürich, den Biber in die Schranken zu weisen und Schäden zu verhindern. Oft genügen dafür einfache Massnahmen, wie beispielsweise Gitternetze in Uferwällen oder visuelle Abschreckmethoden.

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