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Den Wald nicht der Siedlung opfern!

  • Monika Jung
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waldDie Politik rüttelt mit dem Vorschlag zur Änderung des Waldgesetzes am Erfolgsmodell «Schweizer Waldpolitik». Pro Natura wehrt sich entschieden gegen eine Verkleinerung der Waldfläche im Mittelland. In Berggebieten hingegen, wo die Waldfläche seit Jahren natürlicherweise zunimmt, befürwortet Pro Natura eine Lockerung des Aufforstungsgebotes bei Rodungen. Dort sollen neu auch ökologische Aufwertungen als Kompensation von Rodungen angerechnet werden können.

Der Wald ist für Mensch und Natur in der Schweiz sehr wichtig. Er dient als Lebens- und Erholungsraum, Schutzwald, CO2- und Wasserspeicher sowie als Rohstoffproduzent. Völlig zu Recht geniesst die Waldfläche daher seit über hundert Jahren einen strengen Schutz. Eine Waldgesetzesänderung will nun dieses waldpolitische Erfolgsmodell aushebeln. Die Vernehmlassung zur Änderung des Waldgesetzes endet am 15. Dezember 2010. Für Pro Natura geht die vorgeschlagene Gesetzesänderung in einem Punkt entschieden zu weit und setzt in einem anderen Punkt am falschen Ort an.

Wo der Wald natürlicherweise zunimmt, sind ökologische Aufwertungen zum Beispiel von Waldrändern anstelle von Ersatzaufforstungen sinnvoll. Nicht aber im Mittelland oder in alpinen Tourismusgebieten, wo der Wald mehr denn je unter enormem Siedlungsdruck steht. Dort soll nach wie vor gelten: Gerodete Waldflächen müssen in der Nähe wieder aufgeforstet werden. Andernfalls würde eine Verdrängung des Waldes aus dem Mittelland einsetzen.

Pro Natura

Bild: Malene Thyssen/wikimedia

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