Den Doubs retten!

  • Benjamin Kämpfen
  • 1

Der Doubs stirbt. Und mit ihm sein geschützter Bewohner, der «Roi du Doubs». Eine Fischart, die weltweit nur noch in kleiner Anzahl an vier Orten vorkommt. Das Vorkommen im französisch-schweizerischen Grenzfluss ist das einzige in der Schweiz. Nachdem Pro Natura, der WWF Schweiz und der Schweizerische Fischerei-Verband im Jahr 2013 die Untätigkeit der Schweiz und Frankreich zur Rettung dieses einzigartigen Flusses und des aussterbenden Fisches bei der Berner Konvention angeklagt hatten, geht das Ringen um das Überleben des einzigartigen Flusses in eine weitere Runde. Als Nächstes müssen die Verantwortlichen der Berner Konvention entscheiden, ob die Klage der Umweltverbände angenommen wird. Zurzeit wird ein entsprechender Bericht als Entscheidbasis verfasst. Der Doubs ist ein Schutzgebiet von europäischer Bedeutung (Smaragd- und Natura-2000-Gebiet). Er beherbergt nebst dem «Roi du Doubs» eine Reihe weiterer geschützter und seltener Fischarten.

Pro Natura, der WWF Schweiz und der Schweizerische Fischerei-Verband fordern deshalb verschiedene Verbesserungen. So sollen die alten Wehre unterhalb von St. Ursanne entfernt werden, da diese Wander-Hindernisse für die Fische darstellen. Ebenfalls problematisch für die Fische sind die künstlichen Hoch- und Niedrigwasser (Schwall-Sunk), welche durch die Wasserkraftwerke im Fluss ausgelöst werden. Die Verbände fordern eine Lösung oder zumindest Minimierung des Problems, damit der Lebensraum der Fische und Wasserlebewesen nicht im Tagesrhythmus austrocknet respektive überflutet wird.

Der Doubs ist auch weiterhin mit Nährstoffen belastet. Damit sich diese Situation und die Wasserqualität im Fluss verbessert, müssen die Viehbestände der umliegenden Landwirtschaft reduziert werden. Bei Starkregen gelangt ausserdem regelmässig ungereinigtes Abwasser direkt in den Fluss, weil die Kläranlagen überlastet sind. Die Naturschutzorganisationen und der Fischerei-Verband fordern deshalb, dass die Kläranlagen dringen auf einen modernen technischen Stand gebracht werden.

Kaum ein Fluss hat eine derart hohe ökologische Bedeutung in der Schweiz. Die Verbände fordern daher einen Ausnahmestatus für den Fluss mit hoher Priorität für den Naturschutz. Die geforderten Massnahmen müssen umgehend angegangen werden.

Bild: Yesuitus2001 (Wikimedia Commons)

1 Kommentar

  • Esther Frank

    Den Doubs retten: der Fluss wird gespeist mit Fäkalien, ja selbst Käserei-Fabriken lassen die Molke in riesigen Mengen in den Fluss fliessen. Jeder „Möchtegernfischer“ angelt ungehemmt auch die kleinsten Fischchen aus der fliesenden Kloake. Es ist ein Graus, zuzusehen, wie die Menschen diese einzigartige Landschaft zu Grunde richten.
    Wenn der Sommer derart heiss wird wie gerade jetzt, dann stinkt der ehemals wunderschöne Doubs zum Himmel, tote Fische schwimmen in der grünbraunen Sauce und es stinkt nach Fäkalien und totem Fisch.
    Da bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Rettung nicht zu spät kommt.
    Selbst das Trinkwasser aus dem Wasserhahn in der Nähe des Doubs riecht derart nach Chlor, dass man denkt, man wäre in Marokko in den Ferien.

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