mit MM BirdLife (11.11.2016)
Der Windpark Schwyberg würde eine der wichtigsten Birkhuhn-Populationen des Kantons Freiburg gefährden. | © BirdLife Schweiz

Dem Windpark Schwyberg den Wind aus den Segeln genommen

  • Cécile Villiger
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Die Nutzung der Windkraft in der Schweiz muss mit intelligenten Projekten erfolgen, die sich an die geltenden Regeln halten. Das Schwyberg-Projekt gehört nicht dazu. Unverständlich ist, wie Kanton, Gemeinden und Promotoren die klaren Fakten ignorierten.

Heute hat das Bundesgericht seinen Entscheid im Rechtsfall zum Windpark Schwyberg bekannt gegeben. Es heisst die Beschwerden der Umwelt- und Naturschutzorganisationen Mountain Wilderness, Pro Natura, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz (unterstützt durch den Cercle ornithologique de Fribourg und die Société romande pour l’étude et la protection des oiseaux Nos Oiseaux) gut und fordert vom Kantonsgericht Freiburg eine Neubeurteilung des Falls.

Das Bundesgericht verlangt, dass eine gesamthafte Interessenabwägung stattfinden muss, dass mögliche Varianten und Alternativen vertieft zu prüfen sind und dass dabei die Interessen des Landschafts-, Biotop- und Artenschutzes verstärkt einzubeziehen sind. Das war im Entscheid des Kantonsgerichts von 2014 nicht der Fall gewesen.

Für die Umwelt- und Naturschutzorganisationen ist unverständlich, dass am Projekt Schwyberg seit 2006 stur festgehalten wurde, obwohl die starke Beeinträchtigung von Natur und Landschaft offensichtlich ist. Nun liegt auch die Bestätigung des Bundesgerichtes dafür vor. Die Organisationen begrüssen den Entscheid des Bundesgerichts. Die Freiburger Voralpen und die Region des Schwybergs haben einen ganz besonderen Wert. Die projektierten Windanlagen würden einerseits die Landschaft zerstören und andererseits in wertvolle Lebensräume von prioritären Vogel- und Fledermausarten zu liegen kommen.

Deshalb rufen die Organisationen die Promotoren des Windparks Schwyberg, die Gemeinden Plaffeien und Plasselb und den Kanton auf, endlich auf dieses Projekt zu verzichten. Die Nutzung der Windkraft in der Schweiz ist Teil einer modernen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Sie muss allerdings mit gut vorbereiteten Projekten erfolgen, welche die geltenden Regelungen von Anfang an berücksichtigen. Und nicht mit solchen, die gesetzliche Grundlagen verletzen und hohe Natur- und Landschaftswerte zerstören. Der Windpark Schwyberg ist gemäss Bundesgericht ein Projekt dieser Kategorie.

5 Kommentare

  • Peter Voser

    Wer anderen empfiehlt, ihr Hirn einzuschalten, soll das doch erst selber tun, unfreundliche Grüsse.

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  • Ferdi Projer

    Der Ausstieg aus der Atomenergie ist ein wirksames Mittel um erneuerbare Energie zu forcieren. Solarzellen auf die Hausdächer und Windräder aufstellen wo diese nicht stören. Bequemer ist weiter gefährliche AKW`s zu betreiben und mal abwarten was passiert. Die Brennstäbe werden ins Ausland abgeschoben, für die Suche eines Endlagers Steuergelder brauchen und Arbeitsplätze unterhalten absoluter Blödsinn. Die angeblichen Volksvertreter streiten sich wie Kleinkinder um ihre Eigeninteressen und Sch…. Parteien und produzieren nichts.

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  • Stefan Bachmann

    @ Peter Schladt: Der Landschaftsschutz erinnert sich auch bei anderen Bauwerken an seine Aufgabe. Übrigens: Wir können schon die Schweizer Voralpen mit Windrädern vollpflastern, aber das würde uns trotzdem nur maximal 2 bis 5 % des Stromverbrauchs bieten. Solarpanels wären da viel besser, weil sie auf den Dächern niemanden stören und es eine riesige Fläche gibt, die man nutzen kann, ohne die Natur zu zerstören.
    Zu sagen ist noch, dass auf dem Schwyberg wichtige Populationen von Birkhuhn und Auerhuhn vorkommen. Diese würden wegen des Windparks ausgelöscht. Weiter würden jedes Jahr viele Zugvögel und Greifvögel zerschnetzelt (der Schwyberg ist ein Pass, über den viele Zugvögel fliegen; auf den nahen Gurnigel reisen jedes Jahr hunderte Ornithologen, um den Greifvogelzug zu erleben). Rechnen Sie mal aus, wie viele Prozent der Greifvögel noch im Winterquartier ankommen, wenn sie von Skandinavien bis Afrika hunderte Windparks durchqueren müssen. Auch Fledermäuse würden hineinfliegen, lokale Populationen wären gefährdet. Meine Meinung ist: Wir haben nicht nur für unseren Strom zu sorgen, sondern auch für den Schutz der letzten Natur in unserem Land. Erneuerbare Energien ja, aber nur dort wo es Sinn macht.

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  • Peter Schladt

    Der Klimawandel wird auf die Schweizer Landschaft auch keine Rücksicht nehmen, wird sie mit Waldbränden und Bergrutschen verheeren. Und zwar im Gegensatz zu Windrädern irreparabel. Letztere lassen sich in einigen Dekaden, nach kompletter Umstellung auf solare Energiegewinnung, wieder entfernen.
    Und wieso erinnert man sich des Landschafts-Schutzes nur bei Windrädern, nicht bei Autobahnen, Stauwerken und Hochspannungstrassen?

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    • K. Schneeberger

      @Peter Schladt
      Irgendwie haben Sie Irgendwas nicht begriffen Herr Schladt. Schade, dass sich Menschen wie Sie immer wieder mit solchen unkompetenten Aussagen in den Medien profilieren wollen.
      Ausserdem sind Sie nicht sehr aufmerksam wenn Sie behaupten, bei den von Ihnen erwähnten „Bauten“ erinnere man sich nicht des Landschaftschutzes. Es gibt eine gute Empfehlung gegen solche Artikel wie der Ihrige: Zuerst Hirn einschalten und sich grundlegend und umfassend informieren. Freundliche Grüsse.


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