Dem Laubholzbockkäfer den Kampf erklärt

  • Nora Kieselbach
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Wie naturschutz.ch bereits berichtete, haben vor einigen Wochen speziell ausgebildete Spürhunde im Hafengebiet bei Basel und Birsfelden Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers, eines besonders gefährlichen Baumschädlings, entdeckt. Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst (EPSD) hat nun – in Absprache mit den Wald- und Pflanzenschutzdiensten der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft – Massnahmen verfügt, um die Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Im letzten Herbst waren in den Kantonen Freiburg und Thurgau erstmals Käfer nachgewiesen worden.

Im Hafenbecken bei Birsfelden, wo aktuell ein grösserer Befall in Verpackungsholz asiatischer Steinlieferungen festgestellt wurde, hat der EPSD nun Bekämpfungsmassnahmen verfügt, damit der Schädling nicht verschleppt wird und sich nicht an neuen Orten ausbreiten kann. Die Massnahmen sehen vor, dass der kantonale Pflanzenschutzdienst im Umkreis des Befallsherdes eine Zone von 200 bis 500 Metern bezeichnet. Die Standorte von Bäumen, die vom Asiatischen Laubholzbockkäfer befallen werden können, müssen auf einer Karte festgehalten und häufig und intensiv, beispielsweise auch durch Baumkletterer, untersucht werden. Der Bund beabsichtigt, Baumkletterer zusätzlich auszubilden, damit diese Spuren und Befall des Schädlings sicher erkennen können. In der Pufferzone, die zwei Kilometer umfassen soll, werden mögliche Wirtspflanzen ebenfalls überwacht. Baumschnitt muss vor Ort gehäckselt und anschliessend in der Kehrichtverbrennungsanstalt vernichtet werden.

Der Bund legt den Schwerpunkt der Bekämpfungsmassnahmen jedoch auf die Prävention und will verhindern, dass weiteres befallenes Verpackungsholz in die Schweiz gelangt. Deshalb ist vorgesehen, die Kontrollen durch den EPSD im Raum Basel personell rasch zu verstärken. Zusätzlich prüft der Bund eine Meldepflicht für Steinlieferungen aus dem asiatischen Raum. Für allfällig weitergehende Massnahmen soll die internationale Zusammenarbeit mit ebenfalls betroffenen Ländern in Europa verstärkt werden.

Weitere Informationen

Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst EPSD
Amt für Wald beider Basel

Bild: Kyle T. Ramirez (Wikimedia Commons)

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