Dem Bienensterben auf der Spur

  • Dominique Haiden
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Exkursion BienenEin weltweites Bienensterben gibt seit vielen Jahren Anlass zur Sorge. Die Ursachen für den plötzlichen Tod ganzer Völker sind noch unklar. Biologen der Universität Würzburg haben jetzt einen neuen Ansatz entwickelt, der dazu beitragen könnte, Licht ins Dunkel zu bringen.

Zahlreich sind die Theorien über die Auslöser des seit 2007 unter dem Namen Colony Collaps Disorder (CCD) bekannten Bienensterbens. Hauptverdächtige sind Parasiten wie beispielsweise die Varroa-Milbe. Aber auch der vermehrte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und eine schwindende Artenvielfalt stehen im Fokus.

Es ist sehr wichtig mehr über das Bienensterben zu erfahren, schliesslich sind Bienen die wichtigsten natürlichen Bestäuber und damit für die Landwirtschaft unverzichtbar. So schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass von 100 Nutzpflanzen mehr als zwei Drittel in erster Linie von Honigbienen bestäubt werden. Und einer Studie von Wissenschaftlern aus Frankreich und Deutschland aus dem Jahr 2008 zufolge würden die Schäden, die in Zukunft durch das Fehlen von bestäubenden Insekten entstehen könnten, zwischen 190 und 310 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Auch in der freien Natur ist die Bestäubungsleistung der Bienen von enormer Bedeutung.

Die Forschung an Bienen und damit die Suche nach dem Grund für das Bienensterben gestaltet sich schwierig. In der Natur gleicht kein Bienenvolk dem andern, im Labor war die Züchtung von Bienen bislang sehr schwierig. Die im frühen Entwicklungsstadium einen Millimeter kleinen Larven mussten mit Pinzetten oder Nadeln aus den Waben geholt werden. Bei diesem ruppigen Ortswechsel starben viele Larven oder wurden in ihrer Entwicklung gestört.

Harmen Hendriksma, Doktorand am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg, hat jetzt einen vielversprechenden neuen Ansatz entwickelt um Bienen im Labor zu züchten. Es werden künstliche Waben aus Plastik verwendet. An ihren Enden befinden sich abnehmbare Böden, die wie kleine Näpfe geformt sind. In diese legt die Königin ihre Eier. Die Näpfe nehmen die Wissenschaftler anschließend ab und tragen sie samt Inhalt in ihr Labor. 97 Prozent der Larven überlebten den Transport und entwickelten sich im Labor ganz normal. Dies ermöglicht die Suche nach den Gründen für das weltweite Bienensterben unter kontrollierten Bedingungen.

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