Deklarationschaos bei Import-Kaninchenfleisch

  • Manuela Just
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Vor Ostern läuft die heisse Phase für Kaninchenfleisch. Dies hat die Nutztierschutz-Organisation KAGfreiland zum Anlass genommen, zu überprüfen ob die seit Anfang dieses Jahres geltende Deklarationspflicht für Kaninchenfleisch aus Käfighaltung auch eingehalten wird. Fazit: Mit der Umsetzung der neuen Vorschrift hapert es in allen Teilen der Schweiz.

Import-Kaninchenfleisch, das nicht nach Schweizer Tierschutzvorschriften erzeugt wurde, ist seit dem 1. Januar 2012 als „aus in der Schweiz nicht zugelassener Haltungsform“ zu deklarieren. Dies habe schon einiges bewirkt: Im Detailhandel ist Käfig-Kaninchenfleisch praktisch verschwunden, so die KAGfreiland. Vom importierten Fleisch stammt ein Grossteil jedoch noch immer aus nicht-tierschutzkonformer Haltung.

Vorbildlich ist die Deutschschweiz. Dort stammt zwar insbesondere im Metzger- und Gastro-Grosshandel ein Teil des Fleisches noch aus Käfighaltung, das Fleisch ist in der Regel aber richtig deklariert. Der grösste Teil des Käfigfleisches landet in der welschen und italienischen Schweiz. Nicht korrekte Umsetzung der neuen Vorschrift hat KAGfreiland in allen Teilen der Schweiz beobachtet: Aligro, ein cash&carry-Markt bei Lausanne, verkauft französisches Käfigfleisch ohne Deklaration. Fehlende Beschriftungen im Zwischenhandel und Ignoranz von Endverkaufsstellen wie der Carna Holding mit Fleischfachmärkten in Oberaach, Diepoldsau, Wittenbach und Frauenfeld führen teilweise zu einem Deklarations-Chaos. Enttäuscht ist KAGfreiland von GastroSuisse und dem Schweizer Fleischfachverband, welche ihrer Meinung nach die Gastronomen und Metzgereien nicht ausreichend über die neue Deklarationspflicht informiert haben.

www.kagfreiland.ch

Bild: Masteruk (Wikimedia Commons)

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