2013-273-2

Datenbank soll Wale vor Lärm schützen

  • Sophie Ryser
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Unvorstellbarer Lärm in unseren Meeren gefährdet das Leben von Walen und Delfinen. Schuld daran sind unter anderem Sonaranlagen auf Schiffen der Marine. Aber auch die Suche nach Erdöl mittels Druckluftkanonen, wie es derzeit in Kroatien praktiziert wird (wir berichteten), ist ein grosses Problem für die Meeresfauna.

Nun endet nach drei Jahren das Forschungsprojekt „Protection of Marine Mammals“ (PoMM) unter der Führung der Europäischen Verteidigungsagentur, durch welches Meeressäuger künftig besser vor menschengemachtem Unterwasserschall geschützt werden sollen. Als Ergebnis ist eine umfangreiche Datenbank über das Vorkommen von Meeressäugern entstanden.

Diese soll Schiffen helfen, Sonareinsätze zu planen, ohne das Gehör der empfindlichen Meerestiere zu schädigen. Über 200’000 Sichtungen und saisonale Karten enthält die Software, die Auskunft darüber gibt, wo sich Wale und Delfine aufhalten und wie viele es sein könnten. Zudem wurden charakteristische Eigenschaften und auch zahlreiche Laute von 126 Meeressäugerarten gesammelt und gespeichert.

Gerade erst wurde aufgedeckt, dass Unterwasserlärm die Ursache für eine Massenstrandung von Delfinen vor Madagaskar im Jahr 2008 war. Die Tiere wurden so stark irritiert, dass sie in eine Lagune schwammen, strandeten und starben. Auch Tintenfische, Kraken und Kalmare werden durch den Lärm erheblich beeinträchtigt. Der Schall verursacht Veränderungen der Sinneshaarzellen, Gleichgewichts- und Hörsinn werden geschädigt.

Mit der neuen Datenbank könnten Schiffe auf Meeressäuger reagieren. „Das kann vom langsamen Hochfahren oder Reduzieren der Lautstärke bis zum Abschalten des aktiven Sonars gehen“, beschreibt Roman Kreimeyer vom Kieler Insitut für Elektrotechnik und Informationstechnik die Einsatzmöglichkeiten.

 Dadurch sollte es möglich sein, in Zukunft Wale und Delfine und dadurch auch viele andere Tiere vor Lärm zu schützen.

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Bild: © WTD 71/FWG

1 Kommentar

  • Sigrid Lüber

    Die Datenbank über die Verbreitung von Walen und Delphinen leistet bestimmt einen Beitrag für eine bessere Raumplanung im Meer. Wichtige Gebiete für die Meeressäuger können so ausgewiesen und unter Schutz gestellt werden.
    Die Lärmverurscher müssen aber auch dazu gebracht werden, dass sie nur beste Technologie und beste Praxis anwenden. Lärmintensive Aktivitäten in Schutzgebieten müssen untersagt werden und es braucht Pufferzonnen um die Schutzgebiete und ruhige Korridore für die Wanderungen der Tiere. Hierfür setzt sich OceanCare mit der Silentoceans Kampagne ein. Mehr Infos auf http://www.silentoceans.org.

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