800px-Volailles_Bresse

Das Zweinutzungshuhn

  • Nicole Wabersky
  • -

Eier und Pouletfleisch erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit: Pro Jahr werden durchschnittlich 174 Eier und 12 Kilogramm Pouletfleisch gegessen. Die Landwirtschaft hat sich für die Produktion von Eiern und Fleisch auf zwei getrennte Produktionszweige spezialisiert. Einerseits liefern Legehennen zuverlässig viele Eier, andererseits setzen Masthühner innert weniger Wochen viel Fleisch an. Die Brüder der Legehennen legen naturgemäss keine Eier und eignen sich auch nicht für die Fleischproduktion.

Coop führt zurzeit einen Praxisversuch mit einer neuen Hühnerrasse durch, deren Hennen ausreichend Eier legen und die Hähne entsprechend Fleisch liefern sollen. Das sogenannte Zweinutzungshuhn. Seit März 2014 ist das Fleisch der Hähne unter Naturaplan als Bio-Poulet im Verkauf. Die Bio-Eier der Legehennen werden ab Juli erhältlich sein.

«So wie bekanntlich keine eierlegende Wollmilchsau existiert, gibt es heute in der Landwirtschaft auch keine Hühnerrasse, die viele grosse Eier legt und sich zugleich gut für die Fleischproduktion eignet», erklärt Roland Frefel, Leiter Frischprodukte von Coop. Mit dem Pilotprojekt Zweinutzungshuhn untersucht Coop gemeinsam mit Partnern, ob eine neue Kreuzung diese beiden Anforderungen erfüllen kann.

Das Zweinutzungshuhn von Coop ist das Ergebnis einer langjährigen Züchtung. Mitte Januar hat die Detailhändlerin diesen Praxisversuch mit 5ʼ000 Eintagesküken begonnen – 2ʼ500 weibliche und 2ʼ500 männliche Tiere. Die Hähne werden seitdem auf zwei Schweizer Bio-Betrieben nach den strengen Standards der Knospe von Bio Suisse in Freilandhaltung aufgezogen. Sie leben in eingestreuten Ställen mit erhöhten Sitzgelegenheiten sowie Weideauslauf und erhalten Bio-Futter.

Weitere Informationen

Bild: Aleks (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren