Das Sommerloch

  • Nora Kieselbach
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Das Sommerloch bekommt in diesem Jahr eine ganz neue Bedeutung. Für einmal geht es nicht darum, dass während der Sommer- und damit verbundener Ferienzeit nicht viel los ist, sondern dass der Sommer selbst nicht „los“ ist! Da, wo der Sommer eigentlich sein sollte, hatten wir bis jetzt starke Gewitter, Hochwasser, Hagelstürme, Pullover-Temperaturen und Regen, Regen, Regen…

Dabei hatten uns die Muotathaler Wetterpropheten Ende April in einem Tagesschau-Bericht noch mehrheitlich einen „Bikini-Sommer“ versprochen. Wegen der warmen Witterung könnten die Frauen sogar „Tag und Nacht im Bikini herumlaufen“, sagte damals Martin Horat, der bekannsteste Wetterschmöcker. Doch schon im September werde es Schnee bis in die Niederungen geben und im Oktober Hut- und Schirmwetter.

Auch gemäss Wetterschmöcker Peter Suter aus Ried-Muotathal sollte es ab Pfingsten richtig schön, sogar schwül und gewittrig werden; Der August jedoch bringe nicht drei schöne Tage nacheinander zustande. Ganz anders sah das Karl Reichmuth aus Schwyz, der im August zwanzig schöne Tage erwartet. Kari Hediger aus Küssnacht wiederum sagte für Juni Schnee bis in die mittleren Lagen voraus und Hitze im Juli. Martin Holdener, Schwyz, freute sich auf bestes Berg- und Wanderwetter im September und gemäss Alois Holdener aus Schwyz sollte es im Sommer zwar mehrheitlich schön werden, aber begleitet von heftigen Gewittern in der ersten Augusthälfte.

Und wie ist das Wetter nun wirklich? Meteo Schweiz spricht aktuell von „vorübergehenden Herbstgefühlen“: Seit zwei Wochen herrscht, von den Britischen Inseln über Skandinavien bis zur Ostsee und den Baltischen Staaten, tiefer Luftdruck. Hoher Luftdruck, und vielerorts grosser Hitze, dominiert hingegen über der Iberischen Halbinsel, im Mittelmeerraum und am Balkan.

Dazwischen hat sich im Bereich der Alpen eine zügige Südwest- bis Westströmung eingestellt. Zum Höhepunkt der Abkühlung fällt von Sonntag auf Montag oberhalb von 1900 Metern gar ein wenig Schnee. Aus der Witterungsklimatologie (SMA) ist zu entnehmen: In der letzten Dekade (seit dem Jahr 2002) gab es nur zwei Mal einen mehrheitlich trockenen und heissen Juli in der Schweiz. Den heissesten Juli seit Messbeginn gab es 2006. Im Norden und im Osten gingen nur selten Gewitter nieder, und an einigen Orten blieb der Regen ganz aus. Sehr heiss, im Westen und im Süden viel zu trocken, verlief der Juli 2010. Vor einem Jahr herrschte hingegen „typisches“ Juliwetter: Es war häufig trüb und nass, und um die Monatsmitte tobten heftige Gewitter.

Wann kehrt die Sommerwärme nun endlich zurück? Im Süden kühlte es dank Nordföhn kaum ab, und ab heute scheint hier wieder mehrheitlich die Sonne. Im Norden kann ein Zwischenhoch ab Dienstag die Luft wieder auf Sommerniveau erwärmen. Das stabile Subtropenhoch bleibt aber vorerst noch auf Distanz…

Das naturschutz.ch-Team wünscht euch trotz allem einen schönen „Sommer“ und erholsame Ferien!

Weitere Informationen

SF Meteo

Bild: Rachel Theca (Wikimedia Commons)

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