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Das Ökosystem leidet unter sinkender Biodiversität

  • Daniela Cervenka
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In einer aktuellen Studie unter Beteiligung der Universität Bern und Zürich untersucht ein Forscherteam die Wirkung von Biodiversität auf verschiedene Ökosystemfunktionen, wie in der Medienmitteilung der Universität Bern steht. „Die besondere Stärke unserer Studie ist, dass sämtliche Messungen von Ökosystemfunktionen – wie die Produktion von pflanzlicher Biomasse, Kohlenstoff- und Stickstoffspeicherung im Boden, Bestäubung, Herbivorie, Biomasse von Bodenorganismen und Flüsse von Kohlendioxid und Lachgas – auf den gleichen Versuchsflächen durchgeführt wurden“, erklärt Eric Allan.

Die Ergebnisse sind beunruhigend
Die Forschenden fanden nun heraus, dass sich bei einer Abnahme der Biodiversität rund die Hälfte der gemessenen Funktionen – darunter verschiedene Komponenten des Kohlenstoffkreislaufs – verschlechterte. „Der Verlust der biologischen Vielfalt stört den Kohlenstoffkreislauf, insbesondere die Speicherung von Kohlenstoff in Boden und Biomasse – und damit potenziell auch die Regulierung des Klimas“, erklärt Markus Fischer.

Weiter zeigen Untersuchungsflächen mit höherer Pflanzenartenvielfalt auch eine höhere Vielfalt und Anzahl von Tieren. Dies deutet laut den Forschenden darauf hin, dass der Verlust der Pflanzenartenvielfalt in Ökosystemen weitreichende Auswirkungen auf die Vielfalt von vielen anderen Organismen haben und das sekundäre Aussterben vieler anderer Arten verursachen könnte. „Viele der betroffenen Insektengruppen sind wichtig für Ökosystemleistungen, etwa für die Bestäubung. Der Verlust von Pflanzenarten könnte diese Ökosystemleistungen somit indirekt gefährden“, warnt Allan.

Wie geht’s weiter?
Allgemein sollte sich nun laut den Forschenden die Grundsatzdebatte darüber, ob Biodiversität eine Auswirkung auf Ökosystemfunktionen hat, verlagern. „Diese Grundsatzfrage ist geklärt. Wir sollten deshalb in Zukunft untersuchen, welche Funktionen am stärksten durch den Verlust der Biodiversität beeinflusst werden und welche Komponenten der Biodiversität dafür verantwortlich sind“, betont Fischer. Dies werde es auch erlauben, Synergien und Zielkonflikte von politischen und Umsetzungsmassnahmen zur Biodiversitätsförderung besser abzuschätzen.

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Bild: Alex Weigelt, Universität Leipzig

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