© Wing-Chi Poon [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons
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Das ausgeklügelte System der Feuerameisen gegen Ertrinken

  • Nicole Wabersky
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Feuerameisenkolonien sind regelrechte Artisten, wenn es darum geht Hindernisse zu meistern oder Nahrung zu bekommen. Die einzelnen Tiere haken nämlich dabei ihre Körper zu Leitern oder Brücken zusammen. Auch können die kleinen Tiere Flüsse überqueren und Überschwemmungen trotzen, indem sie zusammen ein Floss bilden.

Wie die Feuerameisen es schaffen für längere Zeit nicht zu versinken bevor sie wieder an einem Ufer landen, ist bis vor kurzen ein Rätsel für Wissenschaftler gewesen. Zwar schaffen es die Feuerameisen (Solenopsis invicta) durch die Oberflächenspannung eine gewisse Zeit nicht im Wasser zu ertrinken, aber dennoch wären laut Artikel die Menge an Ameisen auf Dauer zu viel, um für längere Zeit Auftrieb im Wasser zu haben.

Diesem Rätsel sind nun Forscher auf die Spur gekommen, indem sie ein Ameisenfloss schockgefroren und unter ein Elektronenmikroskop gelegt haben. Die Feuerameisen, wenn einmal zu einem Floss verklammert, bilden wie im Video zu sehen eine Art Luftmatratze:

Mit den Mundwerkzeugen und den Beinen verhaken sich die Tiere so eng zusammen, dass kein Wasser zwischen ihren Körpern kommt. Dazu kommt, dass sie laut Tierwelt-Artikel eine wasserabweisende Oberfläche bilden und so viel Luft einschliessen, sodass der Auftrieb für das Floss gegeben ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass als die Wissenschaftler Tiere aus dem Floss entnommen haben, diese direkt durch Nachbarn ersetzt wurden. Auch die Geschwindigkeit innerhalb von 100 Sekunden, in der ein solches Floss gebaut wird, unabhängig der Anzahl Ameisen, ist beachtlich.

Ist die Luftmatratze einmal gebaut und auf dem Wasser unterwegs herrscht laut Artikel keineswegs Ruhe. Die Ameisen tauschen nämlich zum Luftholen stets ihre Plätze, was zu einem regen Treiben führt (s. Video oben).

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