Biondo_Anemonenfisch

Das Aus für Nemo?

  • Redaktion Naturschutz
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Als der erste „Findet Nemo“ 2003 in die Kinos kam, wurden so viele Anemonenfische gekauft und dafür die Wildbestände zum Teil so stark geplündert, dass sie sich bis heute nicht erholt haben. Der Animationsfilm begeisterte dermassen, dass viele Kinder und Erwachsene einen Anemonenfisch zuhause halten wollten. Es kam zu regelrechten Kaufbooms dieser putzigen Tiere. Kaum ein Kinobesucher ahnte, dass die Realität kein Happy End hat: Es wurden so viele Artgenossen von Nemo, Anemonenfische, für den Aquarienhandel gefangen, dass ihre Bestände zum Teil kollabiert sind. Bei den Keppel Inseln des Australischen Grossen Barriere Riffs, dem grössten Korallenriff der Erde, wurden ihre Wildbestände zum Teil so stark geplündert, dass sich diese seit dem Erscheinen des ersten Films im Jahr 2003 nicht erholt haben.

Mit dem neuen Nemo- Film in 3D befürchten Wissenschafter einen erneuten Kaufboom mit verheerenden Folgen für die Fische.  Neuste Studien zeigen, dass über 1800 Korallenfischarten im Handel zu finden sind. Der kleinste Anteil dieser Tiere kann gezüchtet werden, so dass die allermeisten aus dem Korallenriff geholt werden. Dabei wird trotz Verboten nach wie vor mit Gift gefangen, so dass viele Fische und andere Tiere wie Korallen und Wirbellose sterben. Für jeden Fisch der in einem Aquarium landet, sterben im Schnitt 4 weitere.

Die Korallenriffe sind bereits starkem Druck ausgesetzt. Ein Film wie „Findet Nemo“ soll zur Aufklärung über die Meere beitragen, er soll jedoch nicht zu dessen Ausbeutung beisteuern. Es ist wichtig, dass sich Kinobesucher der Probleme bewusst sind und nicht vor lauter Begeisterung ein Aquarium kaufen.

Möchtet ihr mehr zum Thema Handel mit Korallenfischen erfahren? Weitere Informationen findet ihr hier!

Bilder: ©
M.
Biondo

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