Der "Rio Doce" im gesunden Zustand
© Eurico Zimbres [CC-BY-SA-3.0], via Wikipedia
Der "Rio Doce" im gesunden Zustand © Eurico Zimbres [CC-BY-SA-3.0], via Wikipedia

Dammbruch in Brasilien führt zu Umweltkatastrophe

  • Judith Schärer
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Anfangs November führte ein Dammbruch in Brasilien zu einer verheerenden Katastrophe. Die Schlammasse aus den Abraumteichen einer Eisenerzmine überrollte regelrecht das Dorf Bento Rodrigues und zerstörte es fast vollständig. Auch die umliegenden Gebiete wurden mit Schlamm und giftigem Aushub überdeckt. 

Nach dem Dammbruch in Mariana (Bundesstaat Minas Gerais) schiebt sich nun eine 8 km lange Schlammlawine über 400 km auf den Atlantik zu. Leidtragende sind die Bewohner des Gebietes: Von rund 20 Vermissten, für welche kaum Hoffnung besteht und 70 Verletzten wurde berichtet, genaue Zahlen konnten jedoch nicht angegeben werden. Mehrere Millionen Menschen sind bezüglich der Trinkwasserversorgung bedroht, viele mussten bereits während Tagen ohne Wasser auskommen.

Neben den Menschen ist auch die Natur stark in Mitleidenschaft gezogen. Da der Schlamm ein normales Fliessen des Flusses unterbindet, ist der Rio Doce ausgetrocknet und somit die Flora und Fauna abgestorben. Laut Alexandre Sylvio Vieira da Costa, Professor für Wasserressourcen, wird es mindestens zehn Jahren dauern, bis der Fluss sein biologisches Gleichgewicht wieder erreicht hat. Dies, da der biologische Kreislauf des Flusses nun vollständig gestört ist. Stoffe wie Eisen, Aluminium und Mangan haben dazu geführt, dass jegliche Wasserpflanzen und Organismen, welche den ökologischen Zyklus des Flusses steuerten, abgetötet wurden. „Es gibt nichts mehr. Nicht einmal eine Schnecke“, so der Wissenschaftler. Auch Umweltschützer schlagen Alarm und befürchten, dass siech die Schlammasse auch auf weitere Gebiete auswirkt. Sie bangen um eines der bedeutendsten Naturgüter Brasiliens, die Region Abrolos. Dort liegt das grösste Riffgebiet Südamerikas, welches durch die giftigen Stoffe im Schlamm essentiell bedroht wäre.

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung über die Ursachen des Unglücks ein. Das betreffende Bergwerk wird vom brasilianischen Eisenerzriesen „Vale“ und der australisch-britische Konkurrent „BHP Billiton“ zu gleichen Teilen kontrolliert. Nach neuesten Angaben verpflichtete sich das Unternehmen nun, mindestens eine Milliarde Reais (260 Millionen US-Dollar) für verursachte Umweltschäden zu zahlen.

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