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Grossverteiler verzichten auf Skandalgeflügel

  • Redaktion Naturschutz
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Coop verzichtet bis auf Weiteres auf sämtliche Geflügelprodukte der deutschen Skandalfirma Wiesenhof. Damit reagiert Coop laut einer Medienmitteilung auf die jüngsten Medienberichte über mutmassliche Verletzungen der Tierschutzrichtlinien bei Wiesenhof. Von Wiesenhof wurde ein Massnahmenplan zur Verbesserung der Situation verlangt. Ob in Zukunft wieder mit Wiesenhof zusammen gearbeitet werden kann, hänge von der Umsetzung der Massnahmen und deren Wirkung ab.

Coop sei vom Filmmaterial, welches die ARD unlängst veröffentlicht hat, sehr betroffen, schreibt das Unternehmen. Man bedauere zutiefst, dass es anscheinend zu diesen Vorfällen gekommen sei und verurteile diese Missstände aufs Schärfste. Aufgrund der erhobenen Vorwürfe gegen Wiesenhof hat Coop als erste Massnahme unverzüglich einen Belieferungsstopp für Truthahn ausgelöst ‒ die Ware in den Regalen wurde ausverkauft. Nach eingehender Prüfung der eingeleiteten Massnahmen wird nun der Belieferungsstopp mit sofortiger Wirkung auf das gesamte Sortiment von Wiesenhof ausgeweitet. Wiesenhof hat Coop gegenüber Sofortmassnahmen zugesichert.

Auch Denner verkauft laut BeobachterNatur Online «bis zur Klärung der offenen Fragen» keine Wiesenhof-Produkte mehr. Die Migros hat nach einem entsprechenden Bericht des Kassensturzes ebenfalls nachgezogen. Aldi sieht hingegen überhaupt keinen Handlungsbedarf.

In der von der ARD gezeigten Reportage sieht man, wie lebendige Tiere zu Zehntausenden in dunklen Ställen leben müssen. Sie stehen und sitzen dabei auf ihrem eigenen, stark ätzenden Kot zwischen toten Artgenossen und werden von den Mitarbeitern brutal herumgeworfen. Das Team filmte auch eine Mülltonne mit tausenden toten Tieren und förderte viele weitere Missstände zutage.

Allerdings ist Wiesenhof wohl kein Einzelfall. Die praktizierte Massenhaltung ist überall gang und gäbe, auch in der Schweiz, obwohl hier die Ställe von Gesetzes wegen kleiner sind. Rund die Hälfte des in der Schweiz verkauften Geflügelfleischs stammt aus dem Ausland, vor allem aus Brasilien und der EU.

 

ARD Mediathek  

BeobachterNatur Online

1 Kommentar

  • Silvia Schwaller

    Ich bin sehr darüber erleichtert, dass Schweizer Grosshändler auf Wiesenhofprodukte verzichten. Persönlich betrifft es mich allerdings nicht, ich esse seit einiger Zeit kein Fleisch mehr, Geflügel vermeide ich seit langer Zeit, spätestens seit der Zeit, als ich bewusst wurde, wie mit diesen Tieren umgegangen wird. Wir Verbraucher sind stärker als diese verbrecherischen Produzenten, wir müssen einfach nur aussteigen aus diesem Elend verbreitenden Trend. Wer anfängt, nachzudenken und aufzuwachen, wird merken, dass es so nicht weiter geht. Wenn wir eine bessere Welt haben wollen, müssen jeder bei sich selbst anfangen. Jedem empfehle ich, sich über ein neues Bewusstsein zu informieren und ein bisschen nachzudenken.

    Danke an Coop und Denner.

    Silvia Schwaller

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