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Connyland-Delfine: Todesursache geklärt

  • Manuela Just
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Die Todesursache von Shadow und Chelmers ist geklärt. Gemäss Angaben der Staatsanwaltschaft Thurau sind die beiden Delfine an einer Gehirnschädigung, ausgelöst durch Antibiotika gestorben. Gegen die Tierärzte des Connylands wird nun ermittelt.

Die Haltungsbedingungen der Delfine im Connyland wurden bereits mehrfach von Tierschützern bemängelt. Unter anderem fehlt im Becken eine schattige Rückzugsmöglichkeit, damit sich die Tiere vor der Sonne schützen können. Bei der Einnahme von Antibiotika wird im Allgemeinen vor intensiver Sonnenbestrahlung abgeraten.

Im Freizeitpark Connyland sind seit 2008 acht Delfine gestorben. Spekulationen, wonach die anderen Delfine ebenfalls an einer Gehirnschädigung, ausgelöst durch Antibiotika, gestorben sind hält der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig für „all zu einfach“. Die Tiere, die vor Shadow und Chelmers gestorben sind, seinen entweder sehr jung oder relativ alt gewesen. Die Mortalität bei Jungtieren in Gefangenschaft ist generell hoch, so Witzig.

Tierschützer fordern die Schliessung des letzten Delfinariums in der Schweiz und rufen zu einem Tourismusboykott gegen das Connyland auf. Heute schwimmen im Connyland noch drei Delfine. Pro Wal und andere Tierschutzorganisationen zeigen sich besorgt um das Wohlergehen der verbleibenden Delfine, welche weiterhin von den gleichen Tierärzten wie Shadow und Chelmers betreut werden. Ausserdem befürchtet Pro Wal, dass Connyland weitere Delfine importieren wird, da mit drei Meeressäugern keine nachhaltige Zucht betrieben werden könne. Die Motion für ein Importverbot für Wale und Delfine lehnte der Bundesrat mit Verweis auf die Tierschutzverordnung Ende 2011 ab. „Er teilte im Dezember 2011 aber mit, er wolle die Untersuchung zum Tod der zwei Delphine im thurgauischen Lipperswil abwarten und prüfen, ob die Regeln bei der Haltung verschärft werden sollten“, so Tierschutznews in ihrer aktuellen Medienmitteilung.

Weitere Informationen

Bild: NASA

1 Kommentar

  • Antonietta

    Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
    Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht „natürlich“, denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.

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