Klima

CO2-Zielerreichung durch Hintertüre

  • Manuela Just
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Die Schweiz verfehlt ihre Kyoto-Verpflichtung über die Jahre 2008 bis 2012 um knapp eine Million Tonnen CO2 pro Jahr. Hauptverantwortlich ist der CO2-Ausstoss aus dem Verkehr. Dies haben Berechnungen des Bundesamts für Umwelt BAFU ergeben.

Um die Ziele des CO2-Gesetzes und des Kyoto-Protokolls dennoch zu erreichen, hat Bundesrätin Doris Leuthard mit der Stiftung Klimaprappen am 17. Januar 2012 einen Zusatzvertrag unterzeichnet: Die Stiftung wird, zusätzlich zur bestehenden Verpflichtung für 2008 bis 2012 zur Reduktion von einer weiteren Million Tonnen CO2 pro Jahr beitragen. Dies will sie durch den Kauf ausländischer Emissionszertifikate aus Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie durch eine Verstärkung der Massnahmen im Inland erreichen.

Der WWF Schweiz ist von dieser Lösung enttäuscht: „Die Klimapolitik hat fast auf der ganzen Linie versagt“, kommentiert Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz. Die Schweiz verpasst nicht nur ihre bescheidenen Reduktionsziele, weil der Bund das geltende CO2-Gesetz nicht umsetzt. Sie bricht auch das Kyoto-Protokoll, weil sie viel mehr ausländische Zertifikate anrechnen lassen will als erlaubt. Und vor allem fliesst für diese Zertifikate viel Geld ins Ausland. Geld, das unsere Emissionen im Inland senken, unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren und unsere heimische Wirtschaft beleben könnte. Patrick Hofstetter sagt: „Diese Politik ist ärgerlich, unehrlich und unverständlich“.

Weitere Informationen:
Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK
WWF Schweiz

Bild: NASA

 

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