CO2-Lagerung in Gesteinsschichten des Mittellandes

  • Monika Jung
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co2-rauchViele Prozesse in der Industrie setzen automatisch CO2-Gase frei. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind es jährlich 11.3 Millionen Tonnen, die allein aus Industriequellen anfallen – ohne Transport und Verkehr. Die Hauptverursacher sind Chemie-Fabriken, Raffinerien und die Zementindustrie. Damit das klimaschädliche Treibhausgas nicht in die Atmosphäre gelangt, suchen Forschende vom Institut für Geologie der Universität Bern im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) nach Möglichkeiten, um das CO2 bei der Produktion abzutrennen und im Untergrund zu lagern.

Ein Vergleich von 150 geologischen Fachartikeln zeigte, dass vor allem die Ablagerungsgesteine im Mittelland ein sinnvolles Speicherpotenzial für CO2 aufweisen, insbesondere Sandstein- und Kalkschichten in einer Tiefe von 800-2’500 Metern. Gemäss der Studie könnten in der Region von Fribourg über Olten bis Luzern bis zu 2’680 Millionen Tonnen CO2 eingelagert werden.

Ob ein Gestein für die Lagerung von CO2 ideal ist, hängt von Kriterien wie Porosität, Durchlässigkeit und Bruchstrukturen ab. In Frage kommende Sedimentschichten dürfen auch nicht Trinkwasser, sondern lediglich unbrauchbares Salzwasser enthalten. Eine Karte der Schweiz zeigt diejenigen Gebiete, die ein gutes Potenzial für CO2-Lagerung zeigen. Für die tatsächliche Machbarkeit sind aber weitere geologische Untersuchungen mit Risikoabschätzungen und Tests zu Überwachungstechniken nötig, gefolgt von einer Pilotstudie. «Bisher fehlten in der Schweiz wissenschaftliche Daten zu dieser Technologie», erklärt Prof. Larryn Diamond vom Institut für Geologie der Universität Bern. «Unsere Studie dient nun als Diskussionsgrundlage, ob sie in der Schweiz überhaupt zum Einsatz kommen soll.»

Weitere Informationen (Universität Bern)

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