Das Ziel, die CO2-Emissionen aufgrund fossiler Brennstoffe gegenüber 1990 um 27 Prozent zu reduzieren, wurde verfehlt. | © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Das Ziel, die CO2-Emissionen aufgrund fossiler Brennstoffe gegenüber 1990 um 27 Prozent zu reduzieren, wurde verfehlt. | © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

CO2-Emissionen – Reduktionsziel verfehlt

  • Mélanie Guillebeau
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Das Bundesamt für Umwelt hat die aktuelle CO2-Statistik offen gelegt: Zwar sind die witterungsbereinigten CO2-Emissionen leicht gesunken, das Ziel einer Reduktion um 27 Prozent gegenüber 1990 wurde dennoch verfehlt. In der Folge wird die CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe ab 2018 erhöht werden.

CO2-Abgabe als Mittel zur Emissionsreduktion

Seit 2008 wird für fossile Brennstoffe (z.B. Kohle, Erdgas oder Heizöl) eine CO2-Abgabe verlangt, die letztes Jahr 84 Franken pro Tonne CO2 betrug. Das auf diese Weise erwirtschaftete Geld – 1.17 Milliarden Franken waren es 2016 – kommt zu rund einem Drittel dem Gebäudeprogramm für CO2-wirksame Massnahmen (z.B für energetische Sanierungen) und einem Technologiefonds zugute. Der Rest wird via Krankenversicherer und die AHV-Ausgleichskassen an die Bevölkerung ausgeschüttet.

Mit der CO2-Abgabe sollen C02-neutrale Energieträger gefördert werden. Und im Allgemeinen Anreiz geboten werden, sparsam mit fossilen Brennstoffen umzugehen. | © Frank Servayge [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Mit der CO2-Abgabe sollen CO2-neutrale Energieträger wie Holz gefördert werden und generell der Anreiz geboten werden, sparsam mit fossilen Brennstoffen umzugehen. | © Frank Servayge [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Der Aufpreis soll in erster Linie den Anreiz schaffen, auf CO2-neutrale Energieträger (z.B. Holz) umzusteigen oder zumindest fossile Brennstoffe sparsam zu verwenden. Denn um dem Klimawandel entgegenwirken zu können und die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllen zu können, müssten wir gemäss dem WWF Schweiz unsere Emissionen jährlich um vier Prozent reduzieren.

Reduktion um 2.2 Prozent verfehlt

Im Gesetz wurden Schwellenwerte für CO2-Emissionen festgehalten und konkrete Zielvorgaben zur Reduktion hinterlegt. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, führt dies zu einer Erhöhung der CO2-Abgabe – wie es soeben geschieht: 2016 konnten die witterungsbereinigten CO2-Emissionen gegenüber 1990 verringert werden, jedoch nicht um die erwünschten 27 Prozent, sondern lediglich um 24.8 Prozent. In der Folge wird 2018 eine Erhöhung der CO2-Abgabe von 84 auf 96 Franken pro Tonne CO2 vorgenommen. Dies schlägt sich in einer Preiserhöhung von 3 Rappen pro Liter Heizöl (extra-leicht) nieder.

Emissionsanstieg ohne Witterungsbereiningung

Harte Winter führen unweigerlich zu einem erhöhten Verbrauch an fossilen Brennstoffen. Dies wurde in den witterungsbereinigten Berechnungen berücksichtigt. | © Filip42 [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Harte Winter führen unweigerlich zu einem erhöhten Verbrauch an fossilen Brennstoffen. Dies wurde in den witterungsbereinigten Berechnungen berücksichtigt. | © Filip42 [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Betont werden muss hier jedoch, dass diese Zahlen witterungsbereinigt sind. Sprich das Wetter während der Wintermonate wurde bei den Berechnungen berücksichtigt. Denn der Verbrauch fossiler Brennstoffe ist stark an das vorherrschende Wetter gebunden. Ohne die Witterungsbereinigung fällt die Emissionsreduktion gegenüber 1990 nicht nur geringer aus, es wurde im Vergleich zu 2015 gar eine Zunahme der Emissionen aufgrund fossiler Brennstoffe verzeichnet.

WWF fordert mehr Einsatz

Nach Ansicht des WWF Schweiz ist die CO2-Abgabe „ein wirkungsvolles Instrument zur Eindämmung der Emissionen.“ Schliesslich werden die Leute zur Kasse gebeten, die CO2-Emissionen verursachen. Ein wesentlicher Treibhausgas-Emittent, der Schweizer Verkehr, würde hier aber aussen vor gelassen. Bei der bevorstehenden Totalrevision des CO2-Gesetzes soll sich dies ändern und konkretere Ziele sowie Massnahmen festgelegt werden – mit Schweden als Vorbild. Dort wurde das ambitionierte Klimaziel gefasst, bis 2045 die Treibhausgas-Emissionen um 85 Prozent (gegenüber 1990) zu reduzieren und in der Folge CO2-neutral zu werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Umwelt sowie in der Medienmitteilung des WWF Schweiz.

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