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China schlachtet Walhaie im laufenden Band

  • Sophie Ryser
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Dass China sich nicht viel aus geschützten Tieren macht und diese massenweise zum Verzehr oder als Medizin jagt und importiert, ist bekannt. Man denke nur an Tigerknochen oder Bärengalle als Medizin oder Schwalbennestersuppe als Delikatesse. Nun wurde aber ein weiterer unglaublicher Verstoss gegen internationale Artenschutzabkommen aufgedeckt.

Die Organisation WildLife Risk hat im Südosten Chinas ein Schlachthaus für Haie entdeckt, in welchem zu einem Grossteil die geschützten Walhaie verarbeitet werden. Über 600 dieser riesigen Planktonfresser werden pro Jahr geschlachtet und verarbeitet. Besonders die Flossen, aber auch das Fleisch werden auf Märkten angeboten oder an Restaurant verkauft, wo unter anderem die als Delikatesse geltende Haifischflossensuppe hergestellt wird. Die Betreiber des Schlachthauses versuchen ihre Taten auch gar nicht zu verschleiern, wie Bilder auf der Seite von WildLife Risk zeigen. Die Flossen stapeln sich direkt im Hof vor dem Schlachthaus, sie sind für die Öffentlichkeit ohne Probleme sichtbar.

Neben Walhaien werden in der Fabrik auch Weisse Haie und Riesenhaie verarbeitet – auch diese beiden Arten sind geschützt. Aus den Haien, insbesondere aus Öl aus der Leber, werden Kosmetikprodukte wie Lippenstift oder Gesichtscremen, aber vor allem Fischölkapseln als Gesundheitsprodukt hergestellt. Diese werden auch in westliche Länder wie die USA, Kanada oder Italien exportiert, obwohl dies wegen dem Artenschutzabkommen eigentlich verboten wäre. Gefangen werden die Walhaie hauptsächlich vor der Küste Chinas im Südchinesischen Meer, wenn die Tiere während ihren Wanderungen dort vorbeiziehen. Ein ausgewachsenes Exemplar kann dabei bis zu 31’000 Dollar einbringen.

Wie WildLife Risk schreibt, wären die Tiere lebendig aber viel mehr Wert. Orte, an welchen sich Walhaie sammeln sind auch Touristenmagneten. Besonders Ökotourismus und das Tauchen mit den Tieren bringen weltweit etwa 47,5 Millionen Dollar ein. Konsumenten werden dazu aufgerufen, Haiprodukte zu vermeiden. Die Jagd auf und der Handel mit bedrohten und geschützten Tierarten muss endlich ein Ende finden.

Weitere Informationen WildLife Risk (Englisch)

Ganzer Bericht (Englisch)

Bild: Shiyam ElkCloner [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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