Chemie im Abwasser

  • Nora Zoller
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SempacherseeAuch in bereits gereinigtem Abwasser lassen sich Spuren von zahlreichen Chemikalien nachweisen, wie in der aktuellen Ausgabe des Beobachter Natur zu lesen ist. Dabei handelt es sich vor allem um Schmerzmittelwirkstoffe, künstliche Hormone und Spülmittelreste. Die Spuren beeinträchtigen Pflanzen und Tiere. Obwohl die Verschmutzungen meist nur in Kleinstmengen auftreten, reicht dies teilweise schon aus, um zum Beispiel bei Fischen die Fruchtbarkeit zu schädigen

In den letzten Jahren wurde das Problem ausgiebig erforscht. Nun will das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Kläranlagen aufrüsten lassen, damit auch Mikroverunreinigungen aus den Abwässern gefiltert werden können. Dabei stellt sich auch die Frage, wie bestehende Anlagen aufgerüstet werden können. Die Verfahren sind bereits in verschiedenen Pilotanlagen getestet worden. Für die Reinigung komme die Behandlung mit Aktivkohle oder Ozon in Frage, wie der Beobachter Natur schreibt.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, ein wichtiges Kriterium ist bei der Beurteilung auch der Kostenaufwand. Zu den Investitionen für die Aufrüstung der Anlagen kommt der Betriebsaufwand hinzu. Der Aufwand pro Einwohner und Jahr bewegt sich dabei zwischen 10 und 50 Franken. Die Kosten für Abwasserreinigung werden wahrscheinlich um etwa sechs Prozent ansteigen. Besonders sinnvoll wäre die Aufrüstung im Zusammenhang mit anstehenden Erneuerungsarbeiten bei älteren Abwasserreinigungsanlagen.

Beobachter Natur

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