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Bunte Landschaften vernetzen Lebensräume

  • Eliane Küpfer
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Wenn kleine, naturnahe Lebensräume isoliert sind, geht die Arten- vielfalt zurück. Agrarökologen der Universität Göttingen untersuch- ten naturnaher Lebensräume in europäischen Kulturlandschaften auf ihre Artenvielfalt.  Kalkmagerrasen gehören zu den artenreich- sten Lebensräumen in Mitteleuropa. Jahrhundertelang wurden sie in erster Linie für die Schafhaltung genutzt – seit diese zurückgeht, ist der Bestand von Kalkmagerrasen jedoch gefährdet. Die verbliebenen Flächen werden immer kleiner und isolierter. „Das führt dazu, dass die Artenvielfalt zurückgeht und seltene Arten vom Aussterben bedroht sind“, erläutert die Göttinger Agrarökologin Verena Rösch. „In dieser Situation ist es wichtig zu wissen, in welchem Typ von Kulturlandschaft auch kleine und isolierte Kalkmagerrasen noch eine Rolle für den Naturschutz spielen können.“

Die Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass Kalkmagerrasen die in struktur- und abwechslungsreichen Landschaf- ten lagen genauso viele Insektenarten aufwiesen, wie gut vernetzte Rasenflächen. Nach Ansicht der Wissenschaftler neutralisiert die Struktur der umgebenden Landschaft die Verinselung der Lebensräume.

Nur in Landschaften, die von Ackerbau geprägt sind, waren weniger Arten anzutreffen. Die Wissenschaftler fordern deshalb auch in landwirtschaftlich geprägten Gegenden mehr Strukturelemente wie beispielsweise Hecken und Brachen, um die Artenvielfalt zu fördern und die Aussterberaten gefährdeter Insekten zu verringern. „Unsere Ergebnisse belegen die überragende Bedeutung der Landschaftsstruktur für das Überleben gefährdeter Arten“, so Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Nur komplexe Landschaften können den notwendigen Austausch zwischen den Populationen ermöglichen und damit ein Aussterben einzelner Arten verhindern.“

Bild: Willow [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Originalveröffentlichung: Verena Rösch et al (2013). Landscape composition, connectivity and fragment size drive effects of grassland fragmentation on insect communities. Journal of Applied Ecology 50: 387-394. Doi: 10.1111/1365-2664.12056.

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