Zwei dominante Buntbarsche (Neolamprologus pulcher) während einer aggressiven Begegnung. | © Dario Josi, IEE
Zwei dominante Buntbarsche (Neolamprologus pulcher) während einer aggressiven Begegnung. | © Dario Josi, IEE

Buntbarsche: Aggressive Verteidigung gegen Räuber

  • Amanda Buol
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Forscher haben bei Buntbarschen entdeckt, dass territoriale Kämpfe von der Umgebung ablenken. Die lauernde Gefahren bemerken sie erst spät. Ihre Reaktion ist dabei umso spannender.

Bei in Gruppen lebenden Tieren ist es entscheidend sich gegen Artgenossen durchzusetzen. Dies hilft ihnen bei der Erlangung eines hohen sozialen Status und Paarungspartner zu beeindrucken. Es ist daher im Tierreich wichtig, Auseinandersetzungen zu gewinnen. Dieses Aggressive Verhalten hat aber auch einen Nachteil, denn es kann von Gefahren ablenken, wie die Forscher der Universität Bern, University of Liverpool und James Cook University in Australien herausgefunden haben. Sie stützen sich dabei auf Beobachtungen des Buntbarschs „Prinzessin vom Tanganjikasee“ (Neolamprologus pulcher) bei ihren territorialen Kämpfen.

In Aquarienversuche konnten sie nachweisen, dass Buntbarsche, die in eine Auseinandersetzung mit Artgenossen verwickelt waren, Raubfische erst später bemerkten. Dadurch gehen sie ein höheres Risiko des „gefressen werdens“ ein. Dazu wurde ein Computer-animierter „Raubfisch“ eingesetzt, der im Hintergrund vorbeischwamm, während die Buntbarsche kämpften. Dabei hatten die kämpfenden Fische eine längere Reaktionszeit.

Die Studie, die im Journal «Animal Behaviour» publiziert ist, brachte noch ein weiteres überraschendes Ergebnis zu Tage. Tauchte der Räuber auf, wenn die Fische alleine waren, haben sie sich meistens sofort versteckt. Waren sie aber in den Kampf vertieft, verhielten sie sich anders. Sie ergriffen nicht die Flucht, sondern reagierten auf den Räuber aggressiv und griffen den sogar an. Bedenkt man die Grösse des Raubfisch, die um ein Vielfaches des Buntbarsches ist, ist dieses Verhalten erstaunlich.

Die Reaktion der Buntbarsche passt sich der Situation an, so die Forscher. Sie vermuten, dass bei spätem Bemerken die Überlebenschance durch einen Angriff grösser sei als durch die eine Flucht. Diese Beobachtungen müssen nun in der Natur noch genauer untersucht werden.

Ein Video von der Reaktion des Buntbarsch gibt es hier »

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