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Bundesrat weicht Wolfschutz auf

  • Silvan Kaufmann
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wolfDer Bundesrat erhöhrt die Klagen der Schafzüchter teilweise: Er will den Kantonen die Kompetenz einräumen, befristete Massnahmen gegen angriffslustige Wölfe zu ergreifen. Den Schutz des Wolfes will die Landesregierung aber nicht ganz aufgeben.

Die Kündigung der Berner Konvention, die den Wolf und andere Wildtiere unter Schutz stellt, ist für den Bundesrat keine Option. Die von der Konvention geschützten Tiere und Pflanzen seien ein Naturerbe von grossem Wert und müssten an künftige Generationen weitergegeben werden, schreibt die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Motion des Walliser Nationalrats Oskar Freysinger (SVP).

Eine Kündigung des Übereinkommens würde aus Sicht des Bundesrats ein schlechtes naturschutzpolitisches Signal senden und in den Nachbarländern für Unverständnis sorgen. Er empfiehlt deshalb die von 84 Nationalräten und Nationalrätinnen unterzeichnete Motion zur Ablehnung. Sie verlangen darin die Kündigung des 1979 in Bern unterzeichneten internationalen Schutzabkommens.

„Der Bundesrat hat mit seinem Entscheiden zum Wolf keine Probleme gelöst, sondern vorab dem Druck der Schafhalter nachgegeben“, sagt Kurt Eichenberger vom WWF Schweiz. Die Naturschutzorganisation kritisiert die Absicht des Bundes, den Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ zu verringern – und den Kantonen mehr Kompetenzen einzuräumen, Wölfe abzuschiessen. „Die Schweiz schiesst heute schon in Europa im Vergleich zum Bestand am meisten Wölfe ab. Und nun will der Bund noch den Wolfsschutz aufweichen. Dabei wäre es Aufgabe der Behörden, jetzt endlich für einen ausreichenden Herdenschutz zu sorgen“, fordert Eichenberger.

Immerhin stelle sich der Bund hinter die Berner Konvention. Ein Abkommen von 46 Staaten und der EU, das den Wolf und andere Wildtiere schützt. Die Schweiz hat schon zweimal vergeblich versucht, den Schutzstatus des Wolfes zu verringern. Sie ist mit diesem Anliegen bei den Mitgliedsstaaten der Berner Konvention aber nicht durchgedrungen.

Medienmitteilung WWF
Artikel bluewin.ch/swisscom 5.11.2009

3 Kommentare

  • Wolfgegner

    Wie kann man nur so oberflächliche Behauptungen in die Welt setzen wie Herr Rhim??
    Ihm würde es gut tun sich einmal über die prekären Zustände in Frankreich zu informieren. Über ,8000
    Nutztierrisse im 2014 !!!!

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  • Balthasar Wicki

    Ich teile Ihre Auffassung, Herr Rihm – die Wölfe gehören zur gesunden Fauna in den Hügel-, Berg- und Waldgebieten, genauso wie die Haie zu einem gesunden Riff gehören. Diese Entwicklung ist wirklich jammerschade und ein Indiz dafür, dass unser Parlament nicht bereit (oder vielleicht nicht fähig) ist, langfristig sinnvolle Entscheidungen zu treffen, vor allem wenn diese den Wallis und zudem auch die Bauern verärgern würden … Mich erinnert das Ganze an das jahrelange Gezeter um die Rauchverbote, wo sich die Schweiz im internationalen Vergleich auch als völlig rückwärtsgerichtet gezeigt hat.

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  • Rihm René

    Nun hat es die Walliser Schafmafia geschafft, den Wolfsschutz abzuschaffen um ihre Schafherden weiter ohne Behirtung auf den Alpen weiden zu lassen. Diese halten die Schafe ja nur, um Halterprämien zu kassieren. Betreffend „Schutz“: Die Gemsblindheit wird mehrheitlich durch die Schafe übertragen, es spielt anscheinend keine Rolle, dass diese Tiere elendiglich zu Grunde gehen. Über den Entscheid des Bundesrates kann ich nur den Kopf schütteln, vom Parlament habe ich nichts anderes erwartet.

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