Bundesrat setzt auf Atomkraft – WWF enttäuscht

  • Redaktion Naturschutz
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Der Bundesrat legte heute neue energiepolitische Grundsätze fest. Als wichtigste Massnahme zur Sicherstellung der künftigen Energieversorgung bezeichnete Moritz Leuenberger den sparsameren Umgang mit der Ressource Energie. Einen weiteren Schwerpunkt legte die Landesregierung auf die erneuerbaren Energien. Die Wasserkraft soll langfristig erhalten und massvoll ausgebaut werden. Als Übergangslösung sollen Gaskombikraftwerke gebaut werden, die ihren CO2-Ausstoss vollständig kompensieren müssen. Die bestehenden Kernkraftwerke sollen ersetzt oder durch Neubauten ergänzt werden. Leuenberger verwies darauf, dass noch keine Massnahmen entschieden worden seien. Bis Ende 2007 soll nun das UVEK Aktionspläne zu Energieeffizienzmassnahmen und zur Förderung der erneuerbaren Energien erarbeiten.

Der WWF zeigt sich enttäuscht über den heutigen Entscheid des Bundesrats zur zukünftigen Energiepolitik. Seiner Ansicht nach braucht die Schweiz keine neuen Grosskraftwerke, sondern eine konsequente Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Der WWF begrüsst zwar die Absicht des Bundesrats, unter anderem auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen, um die künftige Energieversorgung der Schweiz zu sichern. Er kritisiert jedoch, dass der Bundesrat diesbezüglich keine verbindlichen Ziele festgelegt hat. WWF-Geschäftsführer Hans-Peter Fricker befürchtet deshalb, dass der Bundesrat bei der Energieeffizienz nicht allzu weit gehen will: „Sonst würde sich der Bau neuer Grosskraftwerke erübrigen.“ (sb)

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