Bundesrat Leuenberger nennt interessante Zahlen zur Herkunft des Stroms

  • Redaktion Naturschutz
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In seiner Rede am 2. Schweizerischen Stromkongress 2008 hielt Bundesrat Moritz Leuenberger fest, dass noch nicht alle Vertreter der Stromindustrie zu Ihrer klimapolitischen Verantwortung stehen. Ein Blick auf den Schweizer Strommix zeige: Energiepolitik sei immer auch Umwelt- und Klimapolitik – auch in der Schweiz. Hier ein Auszug aus seiner Rede:

„Da seit 2005 Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offen gelegt werden muss, haben wir seit Ende 2007 erstmals eine Vorstellung davon, wie bunt unser Strom wirklich ist und woher er kommt. So werden
– nur rund 60% des gelieferten Stroms in der Schweiz produziert. Und:
– 40% der gesamten Liefermenge stammen aus Kernenergie;
– 21% sind nicht überprüfbar, stammen aber mutmasslich aus Kernenergie und fossiler Stromproduktion aus dem Ausland;
– nur 34% des Stroms werden mit Wasserkraft produziert, wovon 40% ins Ausland exportiert werden;
– und weniger als 1% stammt aus neuen erneuerbaren Energiequellen (Sonne, Wind und Biomasse).

Das heisst also: Der vermeintlich saubere Strommix der Schweiz ist gar nicht so sauber, weil ein grosser Teil der Wasserkraft für gutes Geld ins Ausland exportiert wird und dafür günstiger Kernenergie- oder Fossilstrom eingekauft wird. Das kann zur absurden Situation führen, dass Familie Müller in Chur zwar im Wasserkraftkanton wohnt, der dort produzierte saubere Wasserkraftstrom aber gar nie an ihrer Steckdose ankommt. Stattdessen brennen die Glühbirnen in Familie Müllers Wohnung dank Kohlestrom aus Deutschland oder Atomstrom aus Frankreich, und zwar anteilsmässig zu über 90%! In Bezug auf den CO2-Ausstoss sieht die Schweizer Strombilanz also nicht ganz so erfreulich aus, wie er oft dargestellt wird.“

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