Bündner Bär „JJ3“ plündert wieder Abfallkübel

  • Redaktion Naturschutz
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Der Bündner Braunbär „JJ3“ drang nach seinem Winterschlaf bereits wieder in bewohntes Gebiet ein und plünderte Abfallcontainer. Dies teilte das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden mit. Auch der zweite Bär ist nach der Winterruhe auf den Beinen, verhält sich aber sehr scheu.

Der mit einem GPS-Sender versehene und dadurch permanent überwachte „JJ3“ sei in der Region des Albulatales über Tiefencastel bis nach Lenzerheide unterwegs. Überall suche er fieberhaft nach Essen und schlecke selbst Katzenteller aus, sagte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi gegenüber der SDA.
Die Wildhut versucht, den Bären mit Schrotschüssen zu vergrämen. Die Bündner Behörden machten Ende letzten Jahres deutlich, dass ihre Geduld nicht endlos sei. Der zuständige Regierungsrat Stefan Engler sagte Mitte Dezember, „JJ3“ geniesse nicht mehr viel Toleranz. Sollte er wieder und mehrfach in Siedlungen auftauchen, werde er abgeschossen. Dies wäre laut dem „Konzept Bär“ des Bundes dann möglich, wenn der Bär vom „Problembären“ zum „Risikobären“ hochgestuft würde.
Der WWF wehrt sich gegen eine allfällige Abschussbewilligung. „Die Zusammenarbeit mit dem Kanton Graubünden ist bisher sehr erfolgreich verlaufen; es wäre schade, wenn die Verantwortlichen aufgrund der Druckversuche von wenigen Personen voreilige Entscheidungen treffen würden“, sagte Kurt Eichenberger vom WWF. Der WWF möchte seine Zusammenarbeit mit den Bündner Behörden fortsetzen und dafür sorgen, dass Schutzmassnahmen für Schafe und Bienenstöcke ergriffen werden und das Abfallproblem (leicht zugängliche Container) angegangen wird. (sb)

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