© Hans Glader
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Brutbestand vom Steinkauz erreicht Rekord von 121 Revieren

  • Nicole Wabersky
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Beinahe wäre der Steinkauz in der Schweiz ausgestorben. Doch seit dem Tiefstpunkt um die Jahrtausendwende hat sich der Brutbestand in der Schweiz wieder verdoppelt und erreicht einen langjährigen Rekord von 121 Revieren!

Das melden der SVS/BirdLife Schweiz und seine Partner, die in allen fünf Steinkauz-Regionen der Schweiz Projekte zu seinem Schutz durchführen. Für ihre grenzüberschreitende Arbeit haben die beteiligten Naturschutzorganisationen heute die Auszeichnung der Uno-Dekade Biologische Vielfalt Deutschlands erhalten.

Biologinnen und Biologen kontrollierten in den letzten Wochen im Auftrag des SVS/BirdLife Schweiz und seiner Partner die verbliebenen Brutplätze des Steinkauzes in der Schweiz und kamen zu einem sensationellen Befund: 121 Reviere (also Brutpaare oder territoriale Sänger) zählt die Schweiz, ein Rekord seit Jahrzehnten.

Der Trend, der seit den 1950er Jahren stetig nach unten zeigte, konnte endlich spürbar nach oben gedreht werden. Der Rekord beruht laut Mitteilung des SVS/BirdLife in erster Linie auf der Zunahme der Bestände in den Kantonen Genf, Jura und Tessin auf 61, 43 respektive 15 Reviere.

Die Einzonung und Überbauung vieler Gebiete rings um die Dörfer, das Verschwinden von Einzelbäumen sowie ganzen Obstgärten, die immer grösseren Parzellen und die übermässige Düngung von Wiesen und Weiden setzten dem Steinkauz zu. Während es in den 1950er Jahren in der Schweiz wohl noch über tausend Paare gab, waren es 1980 noch etwa 185.

Wie viele andere Arten des Landwirtschaftsgebiets nahm er im Bestand stark ab, und anfangs des Jahrtausends gab es in der Schweiz nur noch 50-60 Reviere. Die Art musste auf der Roten Liste in die höchste Gefährdungskategorie, „vom Aussterben bedroht“, eingestuft werden.

Mit dem Ziel, den Steinkauzbestand zu verbessern, arbeiteten zahlreiche Naturschutzorganisationen zusammen. Der SVS/BirdLife Schweiz und verschiedene kantonale und regionale Organisationen pflanzten Bäume, legten Magerwiesen an und brachten wo nötig spezielle Nisthilfen an, in denen der Steinkauz seine Jungen aufziehen kann.

Der Rekord von 121 Revieren zeigt, dass Projekte zum Schutz seltener Arten unserer Kulturlandschaft Erfolg haben können, wenn die nötigen Ressourcen bereitgestellt und Massnahmen zum Schutz dieser Arten konsequent umgesetzt werden.

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