© Thomas Kohler, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
© Thomas Kohler, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Blühende Ackerränder als Geheimwaffe

  • Amanda Buol
  • 2

Blühende Feldränder sind bei der Bekämpfung von Schädlingen sinnvoll, wie eine aktuelle Studie zeigt. Für die Bauern ist es sogar ein finanzieller Vorteil.

Jährlich verursachen Schädlinge Ernteausfälle. Um dem Nahrungsmittel-Bedarf gerecht zu werden, werden oft Pflanzenschutzmittel angewendet. Das führt wiederum zu resistenten Schädlingen, ein Teufelskreis. Die Lösung wäre jedoch sehr einfach, meinen Forscher. Ein Ackerrand mit einer hohen Artenvielfalt lockt natürliche Feinde der Schädlinge an. In einer länderübergreifenden Feldstudie wurde dies nun getestet.

Forscher aus China untersuchten über vier Jahren Reisfelder in China, Vietnam sowie in Thailand, die nur in Notfällen mit Insektiziden behandelt wurden. Ein Ackerrandstreifen mit einheimischen Pflanzen wurde angelegt. Diese sollen den Insekten Nektar zur Verfügung stellen. In unmittelbarer Nähe befanden sich auch Kontrollfelder, die mit Insektiziden behandelt wurden und keinen Ackerrandstreifen hatten. In diesem Zeitraum wurden die Anzahl Schädlinge, ihre Fressfeinde und der Insektizideinsatz gemessen.

Dabei zeigte sich, dass die Felder mit den Ackerrandstreifen deutliche weniger Schädlingen hatten. Ausserdem wurde bis zu 70 Prozent weniger Insektizid eingesetzt. Der Ertrag stieg sogar um fünf Prozent an. Finanziell gesehen ging es für den Bauern auf, da er weniger Geld für Insektizide ausgab und trotzdem einen höheren Ertrag erzielte.

Die Forscher vermuten, dass Nektar als Lockstoff besonders Parasiten, die die Schädlinge befallen, fördern. Allgemein lockt ein grosses Nektar- und Pollenangebot zahlreiche Insekten an und es entwickle sich dadurch eine komplexere Nahrungskette.

Eine zusätzlich Untersuchung ergab, dass in blühenden Randstreifen die höchste Insektendichte vorkommt. Mit Insektizid behandelte Felder  hatten die geringste Dichte. Laut den Forschern sei dies ein Zeichen, wie stark Insektizide die Artenvielfalt schädigen kann.

2 Kommentare


Beitrag kommentieren