© Francesco Veronesi [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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BirdLife Europe fordert Verbot giftiger Substanzen

  • Roman Vonwil
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BirdLife Europe verlangt von der EU, dass sie sich für das Verbot von Diclofenac und Bleimunition an der UNO-Konferenz der Bonner Konvention (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals CMS) in Quito, Ecuador einsetzt. Beide Substanzen sind für Vögel hochgiftig und stellen insbesondere für Greifvögel eine Bedrohung dar.

Eine wichtige Verhandlung findet am 6. November 2014 im Rahmen der Konferenz der Vertragsparteien der CMS in Quito, Ecuador statt. Die Vertreter der Länder versuchen ein gemeinsames Abkommen zu schliessen um das Vergiften von Vögeln auf der globalen Ebene zu stoppen. Zwei umstrittene Punkte in den Verhandlungen sind die Versuche, sowohl den Einsatz von Bleimunition als auch die veterinärmedizinische Verwendung der Substanz Diclofenac zu verbieten.

Blei ist ein giftiges Schwermetall, das sowohl für Menschen als auch Vögel gefährlich ist. Obwohl es als Zusatz in Farbe und Benzin verboten wurde, gelangt immer noch Blei in die Umwelt in der Form von Munition, die von Millionen von Jägern weltweit verwendet wird. Im Oktober 2014 haben 30 Naturschutz- und Gesundheitsexperten eine Erklärung veröffentlicht, welche die belegten Schäden durch Blei zusammenfasst und ein Verbot von Bleimunition fordert. Einige europäische Länder haben bereits eine Führungsrolle übernommen: Dänemark hat zum Beispiel bereits seit 1996 die Verwendung von Bleimunition verboten. Dänische Jäger_innen unterstützen das Verbot, und die Jagd zeigte keine Einbusse aufgrund des Verbots.

Diclofenac ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, der in der Veterinärmedizin eingesetzt wird. In den 90er-Jahren hat die Verwendung des Wirkstoffes in der Rinderzucht die südasiatischen Geier-Populationen praktisch ausgerottet. Nach jüngsten Erkenntnissen sind auch Adler gefährdet. Die Vögel werden vergiftet, wenn sie die Kadaver von Nutztieren fressen, die vorher mit Diclofenac behandelt worden sind. Die Substanz wurde in Indien, Pakistan und Nepal verboten, ist aber in der EU und mehreren afrikanischen Ländern immer noch erhältlich. Es droht eine Wiederholung der südasiatischen Katastrophe in anderen Gegenden der Welt.

„Wir erwarten von der EU, dass sie die Führungsrolle übernimmt und ein vollständiges Verbot des Gebrauchs von giftiger Munition und der vetrinärmedizinischen Anwendung von Diclofenac verficht. In beiden Fällen sind bereits nicht-giftige Alternativen verfügbar, und nichts kann die weitere Verwendung der gefährlichen Substanzen rechtfertigen,“ sagt Ariel Brunner, Leiter der Abteilung EU-Politik bei BirdLife Europe. Die EU spielt eine wichtige Rolle in der CMS, und das Zustandekommen eines bindenden und wirkungsvollen Abkommens zum Verbot von Bleimunition und Diclofenac ist abhängig von der Position der EU in den aktuellen Verhandlungen.

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