Palmblatt Teller abbaubar

Bioplastik kompostieren?

  • Eliane Küpfer
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Einweggeschirr für Veranstaltungen und Take-Aways, Verpackungs- folien, Kompostierbeutel oder Tragetaschen sind zunehmend mit der Eigenschaft „biologisch abbaubar“ erhältlich. Sie werden beispiels- weise aus Plastik, auf der Basis von Zuckerrohr und Bambusfasern oder aus Karton hergestellt.

Wie die Baudirektion des Kantons Zürich mitteilte, wollten drei kantonale Umweltämter wissen, wie gut die Abbaubarkeit solcher biologisch abbaubarer Werkstoffe (BAW) ist und ob es aus ökolo- gischer Sicht vorteilhaft ist, solche Produkte via Grüngut in der Vergärung zu verwerten statt mit dem Kehricht zu verbrennen. In einer Studie wurden acht auf dem Markt gängige biologisch abbau- bare Produkte untersucht. Zuerst wurde geprüft, wie gut sich die BAW vergären lassen und welche Biogaserträge sie liefern. Als Vergleich wurde in der Kehrichtverbrennungsanlage der Energieertrag (Strom und Wärme) ermittelt. In einem zweiten Schritt wurden die Umweltbelastungen sowie die Umweltnutzen der beiden Verwertungsprozesse einander gegenüber gestellt.

Die Studie zeigte, dass nur drei der acht untersuchten BAW während der typischen Verweildauer in einer Biogasanlage zu 75 Prozent oder mehr abgebaut werden konnten. Nur bei einem der acht untersuchten BAW führt die Verwertung in einer Biogasanlage also zu einem ökologischen Vorteil bei der Entsorgung. Diese Ausnahme bildet der Palmblattteller, alle übrigen Materialien können in der Kehrichtverbrennungsanlage zumindest gleichwertig oder ökologisch sinnvoller entsorgt werden.

Wenn die Verwertung via Grüngutsammlung und Vergärungsanlage (Biogasanlage) ökologisch nicht vorteilhaft ist, rentiert sich eine separate Sammlung oder aufwändige Aussortierung der BAW kaum und auch die Kennzeichnung «biologisch abbaubar» ist wenig sinnvoll. Daher sollen laut Baudirektion des Kantons Zürich Anbieter von BAW gebeten werden, auf die Auslobung der biologischen Abbaubarkeit zu verzichten, falls der Nachweis eines ökologischen Vorteils nicht erbracht werden kann. Keine Aussage macht die Studie über die gesamte Ökobilanz eines Produktes, einschliesslich Herstellung, Transport und Verwendung.

Bild: Surya Prakash.S.A. [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Vollständige Studie (PDF)

Baudirektion Zürich

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