Gas_Station

Biokraftstoff: Nicht so gut wie sein Ruf

  • Sophie Ryser
  • -

Lange galten Biokraftstoffe als Lösung der Zukunft. Sie sollten fossile Brennstoffe wie Erdöl ablösen. Doch leider haben sie auch einen sehr bitteren Beigeschmack. Die Kraftstoffe der ersten Generation werden aus Pflanzen hergestellt, entweder wird Ethanol daraus produziert oder die Pflanzenöle werden verwendet. Um die Pflanzen, meist Raps, Ölpalmen oder Mais anzubauen, werden grosse Flächen Land benötigt. Und dazu werden nur allzu häufig Regenwälder abgeholzt. Dabei werden grosse Mengen CO2 frei, welche bis jetzt nicht in die Ökobilanz des Biotreibstoffes eingerechnet wurden.

Nun soll deshalb aber die Verwendung von Biokraftstoffen in der EU eingeschränkt werden. Maximal sechs Prozent des verbrauchten Treibstoffes sollen noch aus Biokraftstoff bestehen dürfen. Gesetze so zu ändern, dass sie auch in den Anbauländern direkt den Regenwald schützen, ist aber sehr schwierig. Die Plantagen liegen oft fernab jeglicher Kontrolle irgendwo im Niemandsland.

Ein weiteres Problem ist, dass die Biokraftstoffe der ersten Generation die Teile der Pflanzen verwerten, welche auch für die Ernährung gebraucht werden könnten. Sie stehen deshalb in Konkurrenz mit Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion. Schwankungen im Kraftstoffpreis schlagen sich auch auf Lebensmittelpreise nieder, diese werden teurer. In armen Ländern kann dies im schlimmsten Fall sogar Hungersnöte zur Folge haben.

Die EU versucht nun, Biotreibstoffe der zweiten Generation zu fördern. Dies sind Kraftstoffe, welche zum Beispiel aus Abfällen aus der Landwirtschaft oder Algen hergestellt werden. Die EU wünscht sich eine Quote von mindestens 2,5 Prozent am gesamten Treibstoffverbrauch. Die Palmölindustrie möchte aber, dass Europa auch weiterhin auf Treibstoff aus Palmöl setzt, welches allerdings nachhaltig produziert wird. Wie es aber möglich sein wird, eine wirklich nachhaltige Produktion mit fairen Bedingungen auch für die Arbeiter zu erzielen, ist noch offen.

Weitere Informationen

Bild: Pantsios [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren