© Dr. Gottfried Briemle, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Biodiversitätskonferenz in Indien – Schweiz mit Defiziten

  • Nora Kieselbach
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Vom 8. bis 19. Oktober 2012 findet im Indischen Hyderabad die bereits 11. Konferenz der Vertragsparteien der Biodiversitätskonvention statt. Zwei Jahre nach Annahme des Strategieplans 2011 bis 2020 und des Nagoya-Protokolls werden die teilnehmenden Staaten eine Zwischenbilanz über die erzielten Fortschritte ziehen sowie über die Finanzierung der zur Erhaltung der Biodiversität nötigen Massnahmen diskutieren. Pro Natura, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife und die Erklärung von Bern EvB fordern in einer gemeinsamen Medienmitteilung, dass die Schweiz mehr Geld zur Umsetzung der Biodiversitätsziele investieren soll.

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt, die sogenannte Biodiversitätskonvention, möchte die biologische Vielfalt langfristig erhalten, deren nachhaltige Nutzung zu fördern und eine ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen zu gewährleisten. Mit Ausnahme der USA haben praktisch alle Staaten die Konvention ratifiziert.

Im Jahr 2000 wurde das Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit zur Konvention hinzugefügt. An der letzten Biodiversitätskonferenz im Jahr 2010 in Nagoya/Japan hiessen die Parteien zudem einen Strategieplan für die Jahre 2011 bis 2020 (die so genannten „Aichi-Ziele“) sowie das Nagoya-Protokoll gut, welches den Zugang zu den genetischen Ressourcen und die Aufteilung der aus ihrer Nutzung erwachsenden Vorteile regelt.

In Nagoya war ausserdem beschlossen worden, dass bis Mitte 2011 eine detaillierte Übersicht über die Finanzierung der Biodiversität in allen Ländern weltweit erarbeitet werden soll: 1. über die Höhe der Ausgaben für Biodiversität, 2. zu den umweltschädigenden Subventionen und wie sie vermieden werden können und 3. zu den benötigten zusätzlichen Mitteln, um die biologische Vielfalt zu retten. Die Schweiz hat jedoch nur gerade die erste Aufgabe gelöst, wie die Naturschutzorganisationen bemängeln.

Klar ist aber bereits jetzt, dass es deutlich mehr Geld brauchen wird, um den Verlust der Biodiversität aufhalten zu können: Allein die Globale Umweltfazilität (GEF), der internationale Fonds für die Umwelt, muss nach Expertenschätzungen 100 bis 200 Mal soviel Geld für Biodiversität einplanen wie bisher, wenn die Biodiversitätsziele 2020 erreicht werden sollen. Vor diesem Hintergrund fordern Pro Natura, der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und die Erklärung von Bern EvB, dass die Schweiz und andere Industrieländer ihre Beiträge zum Erhalt der Biodiversität deutlich und verlässlich erhöhen, wie es bereits Deutschland und Japan getan haben. Der Anteil der Ausgaben für die Biodiversität am Bruttoinlandprodukt muss in der Schweiz von 0.2% auf mindestens 0.5% steigen.

Neben einer besseren Finanzierung braucht es auch eine regelmässige Überprüfung der Umsetzung der 20 Biodiversitätsziele 2020. Deshalb fordern die Naturschutzorganisationen die Verabschiedung von gut anwendbaren Indikatoren und von „Meilensteinen“, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden müssen; ausserdem soll alle zwei Jahre über die Umsetzung berichtet werden.

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Bild: Dr. Gottfried Briemle [CC-BY-SA-2.0-de] via Wikimedia Commons

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