Feuerbrand

Bio-Methode gegen Feuerbrand

  • Dominique Haiden
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fire_blight_infection_on_applesDas Bakterium Pantoea agglomerans gilt in Nordamerika und Neuseeland als effektive Bio-Methode gegen Feuerbrand-Bakterien. Es besetzt bei Apfel- und Birnbäumen die Lebensbereiche des Feuerbrand-Erregers und verhindert so eine Infektion der Nutzpflanzen. Doch kann das Bakterium unter Schweizer Verhältnissen Feuerbrand bekämpfen? Könnten Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW diese Frage bejahen, wäre dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Bio-Methode gegen Feuerbrand.

In den USA, in Kanada und Neuseeland erweisen sich drei kommerzielle Pflanzenschutzmittelprodukte auf der Basis des Bakteriums Pantoea agglomerans als erfolgreich im Kampf gegen Feuerbrand. Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW erforschen, unter welchen Bedingungen diese Mittel auch hierzulande beste Wirkung zeigen und für Landwirtinnen und Landwirte eine Option im Kampf gegen Feuerbrand werden können.

Die ACW-Fachleute prüfen das nützliche Bakterium. Ein Aspekt dieser Forschung war das Umweltverhalten unter kühlen Frühlingstemperaturen in den Jahren 2009 und 2010 – Besiedlung der Kernobstblüten, Einfluss auf die Umwelt, Verbleib auf den Früchten. In zwei Schweizer Apfelanlagen haben ACW-Experten die Feldversuche mit Praxis-Sprühgeräten durchgeführt – mit Erfolg: Die Bakterien haben achtzig bis hundert Prozent der behandelten Blüten besiedelt, und zwar in einer Dichte, die in den USA den Schutz gegen Feuerbrand gewährleistet. Doch die Feuerprobe blieb aus, 2009 und 2010 waren nämlich keine Feuerbrandjahre.

Bevor ein lebendiges Bakterium in die Umwelt eingebracht wird, sollte seine Wirkung gut erforscht sein. Die ACW-Forschenden haben festgestellt, dass sich das Bakterium in der Umgebung nicht etabliert. Zudem fliegen Bienen behandelte wie nicht-behandelte Blüten gleich häufig an. Nach der Blütezeit fehlt für Pantoea agglomerans die Lebensgrundlage, deshalb verschwindet es nach und nach aus der Obstanlage. Früchte und Boden sind daher frei von diesen Bakterien, Ernte und Apfelqualität werden nicht beeinflusst.

Weitere Informationen

Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW

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1 Kommentar

  • Manfred Gerber

    Pantoea wirkt nur bei großer Dichte, dadurch nimmt jedoch der Säuregehalt in der Blüte zu, was das Pollenschlauchwachstum behindert. Eine alkalische Blattdüngung wirkt bei vollständiger Benetzung und 30 minütiger nasser Wirkungszeit ebenfalls gegen Erwinia amylovora ohne die Griffel zu verätzen.
    In starken Feuerbrandjahren wird man mit Pantoeabakterien vielleicht eine Infektion verhindern, muss aber bei der Ernte nach mehrmaligen Einsatz des Mittels erhebliche Einbusen in Kauf nehmen.

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