© suju, [CC-BY-SA-2.0], via pixaba.com
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„Bio“ hinterlässt Spuren in unserer Milch

  • Mélanie Guillebeau
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Eine neuartige Methode ermöglicht die eindeutigen Unterscheidung von konventioneller und Bio-Milch auf Ebene des Einzelhandels.

Schweizer Bauern, die ihre Milch mit einer Bio-Knospe bestückt verkaufen möchten, haben konkrete Vorgaben zu erfüllen. Ihre Schafe, Ziegen und Kühe müssen regelmässigen Auslauf haben und verbringen den Sommer auf der Weide. Damit wird sogleich das Einhalten der zweiten Vorgabe ermöglicht: Die vierbeinigen Milchproduzenten müssen zu 90 Prozent mit frischem Gras, Kräuter und Heu – in der Fachsprache zusammengefasst als Raufutter – gefüttert werden. Kraftfutter aus Getreide und Soja, wie es mehrheitlich in konventionellen Betrieben zum Einsatz kommt, darf lediglich zehn Prozent des Futters ausmachen. Diese Art der Fütterung in Bio-Betrieben hinterlässt Spuren in unserer Milch, die messbar sind.

Neue Methode kann Kraftfutter „aufspüren“

Kraftfutter wird im Herstellungsprozess erhitzt, wodurch Zucker mit Proteinen reagieren, und zur Bildung von sogenannten Glykierungsprodukten führen. Aufgrund des geringen Anteils an Kraftfutter ist die Konzentration an Glykierungsprodukten in ökologisch erzeugter Milch vermindert im Vergleich zu konventioneller Milch.

Dresdner Forscher haben sich dem zunutze gemacht und eine Methode entwickelt, mit welcher die Menge der Glykierungsprodukte gemessen werden kann und somit die Unterscheidung ermöglicht wird. Zuvor konnte Bio-Milch durch den erhöhten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (alpha-Linolensäure) identifiziert werden – jedoch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit.

Mit der neu entwickelten Methode soll in Zukunft garantiert werden, dass in Bio-Milch auch wirklich „Bio“ drin steckt.

 

1 Kommentar

  • Tabea Kipfer

    Dieser Artikel ist meines Erachtens nicht sehr präzise. Wenn die Forscher mit dem Verfahren nachweisen können, ob die Milch von einer Kuh stammt, die mit proteinreichem Futter wie Soja gefüttert wurde, dann können sie noch lange nicht zwischen Bio und Nicht-Bio unterscheiden. Denn in der Schweiz gibt es auch konventionelle Bauernbetriebe, die ihre Kühe mit Gras, Grassilage und Heu füttern und die Milch unter Labels wie Wiesenmilch (bei Migros Aare), Heumilch (bei Coop) etc. vermarkten. Mit der Agrarpolitik 2014/17 wird diese sog. graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion GMF mittels Beiträgen unterstützt. Dazu muss die Jahresration zu folgenden Mindestanteilen aus frischem, siliertem oder getrockneten Wiesen- und Weidefutter bestehen: im Talgebiet 75% der Trockensubstanz, im Berggebiet 85%. Diese Milch wird wohl mit dem vorgestellten Verfahren der Glykierungsprodukte-Analyse nicht von Knospe-Milch (90% Raufutteranteil) zu unterscheiden sein. Etiketten-Schwindel ist nach wie vor möglich!

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