Huhn Kopf

Bio-Boom im Hühnerstall

  • Nora Kieselbach
  • -

Der heute grösste Bio-Eierhändler der Schweiz, Bauer Alfred Reinhard, verkaufte einst Bio-Eier ab dem eigenen Hof. Heute hat seine Firma, die Hosberg AG, bei 127 Bauern 200’000 Hühner unter Vertrag, die jährlich 58 Millionen Eier legen, wie David Eppenberger für den Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID berichtet.

Denn Eier aus Bio-Hühner-Haltung boomen in der Schweiz: um 9% haben die Verkäufe im letzten Jahr zugenommen. Das heisst, dass heute schätzungsweise jedes siebte konsumierte Schweizer Ei von einem Biohuhn gelegt wird. Im gesamten Schweizer Eiermarkt ist sogar jedes fünfte Ei aus Bioproduktion – und das Bio-Ei somit das populärste Bio-Produkt der Schweiz.

Den Bio-Zug so richtig in Fahrt gebracht hat dabei Alfred Reinhard. Vor 15 Jahren gründete der Landwirt zusammen mit seiner Frau Esther im zürcherischen Rüti die Bioeierhandelsfirma Hosberg AG. Mit der heutigen Produktion sei jedoch das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, so Reinhard, und er ist daher eigentlich permanent auf der Suche nach weiteren Biobauern, die in die Geflügelhaltung einsteigen wollen. Doch die Anforderungen sind hoch: Nur wer den gesamten Betrieb nach den Bio-Richtlinien bewirtschaftet, kann mitmachen.

Der Bio-Boom hält auch bei verarbeiteten Produkten an, wie z.B. bei Bio-Backwaren – denn wo Bio drauf steht, muss auch Bio drin sein. Doch gerade in diesem Produkte-Bereich ist der Preisdruck gross, und so bietet Reinhard neben der schweizerischen auch die günstigere EU-Bio-Qualität an – dort sind die Bio-Richtlinien weniger streng als in der Schweiz. Anstatt 500 Tiere sind beispielsweise 3000 Tiere pro Herde erlaubt. Vor allem aber sind die Produktionskosten in der EU geringer als in der Schweiz: Das Futter ist günstiger und die Löhne sind tiefer, so dass ein Bio-Ei aus der Schweiz in der Herstellung rund ein Drittel mehr kostet als in Deutschland.

Weitere Informationen

Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID

Bild: Thegreenj [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

mountain wilderness

Beitrag kommentieren