milch

Bio Bauern gehen leer aus.

  • Silvan Kaufmann
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milchWie der Landwirtschftliche Informationsdienst heute berichtet, wächst der Umsatz mit Biomilchprodukten, doch die meisten Biobauern haben nichts davon. Denn die Margen von Verarbeitern und Handel sind angestiegen, die Produzentenpreise aber gesunken.

Bio boomt, Bio ist gefragt – trotz Krise. So ist der Umsatz mit Bio-Frischmilchprodukten laut Bio Suisse im ersten Halbjahr 2009 um 1,2 Prozent gestiegen, der Käseumsatz gar um 4,3 Prozent gewachsen.

Dass Bio die Kassen der Grossverteiler und Verarbeiter klingeln lässt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der Preisunterschied zwischen Bio- und Nicht-Bio-Milchprodukten immer grösser wurde. Heute ist das Bio-Nature-Joghurt 60 Prozent teurer als das Nicht-Bio-Nature-Joghurt, beim Vollrahm beträgt die Differenz 50 Prozent, beim Mozzarella über 40 Prozent und bei der Konsummilch 40 Prozent.

Für Urs Brändli, den Präsidenten der Fachkommission Milch der Bio Suisse, ist das bitter: „Das zeigt zumindest, dass die nachgelagerten Betriebe an der Biomilch nicht schlecht verdienen.“ Denn während die Konsumenten für Bio-Konsummilch derzeit 50 Rappen mehr bezahlen als für konventionelle Milch, bekommen die Biobauern nur 15 Rappen mehr als ihre nicht-biologischen Kollegen. Das ist zwar mehr als früher, aber angesichts des tiefen Preisniveaus ein schwacher Trost: Noch vor zwei Jahren erhielten die Biobauern rund acht Rappen mehr für ihre Milch. Trotzdem zahlten die Konsumenten damals pro Liter Konsummilch und für jeden 180-Gramm-Becher Biojoghurt fast zehn Rappen weniger. Und die Schere geht immer weiter auf: Im September hat zum Beispiel der Nordwestschweizer Milchhändler MIBA seinen Biomilchlieferanten den Milchpreis rückwirkend auf den 1. August um zehn Rappen gekürzt – wegen „starkem Druck auf die Preise“. Und Biomilchverarbeiter Biedermann-Züger behält seit Monaten vier Rappen pro Liter Biomilch ein – für „Marktabräumungsaktionen“. Doch an der Ladenfront merkt man nichts davon.

(Artikel gekürzt, lesen sie den ganzem Artikel unter www.lid.ch)

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