Biolandbau Gemüsegarten

Bio-Ackerbau schont Klima

  • Dominique Haiden
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Biolandbau GemüsegartenWird der Boden schonend bearbeitet und natürlich gedüngt, lässt sich der Humusgehalt um 17 Prozent steigern. Das bindet klimaschädliches CO2 im Boden. Diese neuen Erkenntnisse aus einem Langzeitversuch des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) zeigen, wie der Biolandbau seine Klimagas-Bilanz weiter verbessern kann. Am 8. juni 2011 wurden die Resultate der Versuche „Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau“, die im Herbst 2002 starteten,  erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Versuche werden vom Coop Fonds für Nachhaltigkeit unterstützt.

Biologische Landwirte arbeiten mit einer ganzen Reihe von klimaschonenden Massnahmen. Sie setzen Mist, Kompost und Gründünger mit Stickstoff-fixierenden Pflanzen ein und verzichten auf energieintensive Dünger. Mit einer bodenschonenden Bearbeitung kann der Biolandbau noch klimafreundlicher werden. Bodenschonend heisst, den Boden nicht zu tief zu bearbeiten. Das ist für den Biolandbau eine besondere Herausforderung, dient doch die tiefe Bodenbearbeitung auch der Unkrautregulierung.

Der 2002 gestartete Versuch in Frick zeigte nach anfänglichem Ertragsrückgang sehr gute Erfolge. „Die Resultate aus diesem Langzeitversuch sind sehr ermutigend“, freut sich Studienleiter und Bodenspezialist Paul Mäder vom FiBL. „Die reduziert bearbeiteten Böden wiesen 17 Prozent mehr Humus und 37 Prozent mehr Bodenmikroorganismen auf.“ Auch die Erträge stiegen nach anfänglichem Rückgang. Die Zunahme des Humusgehaltes im Boden entspricht einem Klimaminderungspotenzial von 2 t Kohlendioxid-Äquivalent pro Hektar und Jahr. Weil die Produktionskosten konstant bleiben, lohne sich die reduzierte Bodenbearbeitung im Fricker Versuch auch finanziell, sagt Paul Mäder.

Felix Wehrle, Leiter Kommunikation von Coop erläutert das Engagement: „Coop hat die ehrgeizige Vision, bis 2023 in allen direkt beeinflussbaren Bereichen CO2-neutral zu werden. Darüber hinaus setzen wir alles daran, dass die Produkte in unserem Sortiment möglichst nachhaltig produziert und verarbeitet werden. Deshalb finanziert Coop seit 1993 Forschungsprojekte des FiBL zur Weiterentwicklung des biologischen Landbaus. Zusammen mit den Forschern des FiBL freuen wir uns über den wissenschaftlich erbrachten Nachweis, dass klimaneutraler Ackerbau keine Vision, sondern vielmehr machbare Realität geworden ist.“ Und Urs Niggli, Direktor des FiBL fügt an: „Durch die Erhöhung der Humusgehalte und durch Verminderung des Energieverbrauchs durch Dünger und Pflanzenschutzmittel wollen wir die Klimagas-Bilanz der Landwirtschaft auf Null bringen. Damit würde ein wichtiger Verursacher von klimaschädlichen Gasen zum nachhaltigsten Wirtschaftszweig der Gesellschaft und die Biobauern würden zu den Schrittmachern der Zukunft.“

Weitere Informationen

Forschungsinstitutes für biologischen Landbau FiBL

Coop

Bild: Zerohund (Wikimedia Commons)

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