Mit massvoller Holznutzung wird strukturreicher Wald erreicht, der ein ausgeglichenes Waldklima und eine hohe Artenvielfalt aufweist. | © Walter Ackermann / Sophie und Karl Binding Stiftung
Mit massvoller Holznutzung wird strukturreicher Wald erreicht, der ein ausgeglichenes Waldklima und eine hohe Artenvielfalt aufweist. | © Walter Ackermann / Sophie und Karl Binding Stiftung

Binding Waldpreis 2016 geht in den Thurgau

  • Amanda Buol
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Nachhaltigkeit war gestern, heute wird auch Suffizienz gefordert. Nach dem Prinzip «weniger ist mehr» pflegt die Thurgauer Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen ihren Wald schon lange. Für ihre weitsichtige Waldbewirtschaftung erhält sie den mit 200’000 Franken dotierten 30. Binding Waldpreis.

Die Sophie und Karl Binding Stiftung zeichnet die Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen mit dem Binding Waldpreis aus. Der Ansatz der Suffizienz sieht die Stiftung als zukunftsweisend an. Die Preisträgerin zeigt beispielhaft, wie nach dem Prinzip «weniger ist mehr» erfolgreich Waldbewirtschaftung betrieben werden kann. Mit ihrer Zurückhaltung gegenüber kurzfristigen Zielen hat sie langfristigen ökonomischen und ökologischen Mehrwert erreicht – eine vorbildliche Haltung, übertragbar auch auf andere Branchen, findet die Sophie und Karl Binding Stiftung.

In der Waldbewirtschaftung bedeutet Suffizienz vor allem eine ressourcenschonende, massvolle Holznutzung. Für den Wald der Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen gilt seit 1392 die Regel, dass einzeln bezeichnete Bäume zugunsten langfristiger Ziele nicht gefällt werden dürfen. Diese Zurückhaltung hat die Thurgauer Bürgergemeinde bis heute bewahrt. In ihrem 308 Hektaren grossen Wald führt sie keine radikalen Holzschläge mit Grossmaschinen durch. Damit verzichtet sie bewusst auf kurzfristige Gewinnmaximierung. Sie setzt auf Einzelbaumpflege und fällt Altbäume erst, wenn sie am Ende ihrer Lebenskraft angelangt sind. Ihren suffizienten Ansatz verstärkte sie im Jahre 2009 zusätzlich mit einem Nutzungsverzichtsvertrag für Alteichen, den sie mit dem kantonalen Forstamt abschloss.

Der Preisträgerwald ist durch seine Bewirtschaftung sehr wertvoll für die Natur. Mit dem Erhalt der bis zu 200-jährigen Altbäumen, kombiniert mit einer rücksichtsvollen Waldbewirtschaftung, entstand ein mehrstufiger artenreicher Wald. Dank der Durchmischung ist der Wald einerseits widerstandsfähiger. Andererseits bietet die vielfältige Waldstruktur mit den zahlreichen Altbäumen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen optimalen Lebensraum.

Sophie und Karl Binding Stiftung »

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