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Binding Waldpreis 2014 geht nach Flühli (LU)

  • Nicole Wabersky
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Im Entlebuch schlossen sich private Waldeigentümer zu einer engagierten Genossenschaft zusammen. Ihre gemeinsame, zielgerichtete und nachahmenswerte Waldpflege würdigt die Sophie und Karl Binding Stiftung mit dem Binding Waldpreis. Mit 200’000 Franken ist dies der höchstdotierte Umweltpreis der Schweiz.

36 privaten Waldbesitzenden gehört der schwer zugängliche und sehr steile Wald oberhalb des Dorfes Flühli (LU). Die 135 Hektaren schützen das Dorf vor Naturgefahren – aber nur, wenn der Wald sorgfältig gepflegt wird. Für die einzelnen Eigentümer ist das kaum möglich, zu gross wären personeller und finanzieller Aufwand, zudem fehlt oft das Wissen. Vor diesem Problem stehen viele private Waldeigentümer in der Schweiz.

Knapp ein Drittel des Schweizer Waldes gehört einer Viertelmillion Besitzern. Deren Parzellen sind oft klein, wirtschaftlich bedeutungslos, der Wald überaltert und unternutzt – das Potential liegt brach. Zum Wohle der Talschaft gründeten die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer der Schwändeliflue deshalb 1996 eine Waldpflegegenossenschaft. Gemeinsam ist nun möglich, was alleine viel schwieriger wäre: eine langfristig orientierte, effiziente und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Für die Genossenschaft gaben die Waldbesitzenden die individuellen Rechte über ihre Waldparzellen ab, nicht aber ihre emotionale Bindung. Aussicht auf monetären Gewinn besteht keine. So handelt nur, wer Vertrauen in die neue Struktur hat und Waldeigentum als Chance begreift. Mit einem gemeinsamen Ziel, hohem Engagement, eigenständigem und differenziertem Denken, langfristig ausgelegtem Handeln und in enger Partnerschaft mit dem kantonalen Forstdienst gelingt es der Genossenschaft, den Wald im Sinne der Nachhaltigkeit und zum Schutz des Dorfes zu bewirtschaften.

Weitere Informationen zum Preisträger

Der Binding Waldpreis

Sophie und Karl Bindung Stiftung

Bild © Alfons Teuffer

1 Kommentar

  • Arno Gross

    Den Preis für die nachhaltige Nutzung ihres Waldes gönne ich den Waldbesitzenden sehr, aber von der auf dem Bild gezeigten „Technik“ der Waldpflege ist dringendst abzuraten, weil hochgradig gefährlich. Nicht die minimalsten Sicherheitsmassnahmen sind erkennbar, von der SUVA gibt es für diese Vorstellung einen fetten Malus!
    Wer freihändig im steilen Gelände mit der Kettensäge einen vom Kollegen lose gehaltenen Stamm zersägt, braucht natürlich weder Handschuhe, Ohrenschutz, Helm noch Schutzbrille, da reicht offenbar der (im Bild nicht sichtbare) Schutzengel . . .

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