Schwalbenschwänze erfreuen sich nebst Nelken auch an Wildfenchel in Ihrem Garten. | © tiegeltuf [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Schwalbenschwänze erfreuen sich nebst Nelken auch an Wildfenchel in Ihrem Garten. | © tiegeltuf [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Biel wird Heimat für Schmetterlinge

  • Mélanie Guillebeau
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Die Lebensräume von Schmetterlingen und Raupen verschwinden immer mehr. Viele Falter sind vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Diese Tiere erfüllen im ganzen Ökosystem eine wichtige Rolle, deshalb ist es wichtig, sie zu schützen und zu fördern. Genau das strebt die Stadt Biel zusammen mit dem Verein Stadtschmetterlinge an.

In der Schweiz leben zirka 3’600 verschiedene Arten von Tieren, die auf der Liste der national prioritären Arten stehen. Sie kommen hauptsächlich in der Schweiz und nicht in umliegenden Ländern vor. Deshalb hat die Schweiz für diese Arten eine besondere Verantwortung. 198 dieser prioritären Arten sind Schmetterlinge. Leider ist der Niedergang der Schmetterlinge besonders augenfällig. Keine andere Tiergruppe hat in den letzten Jahrzehnten so grosse Einbussen erlitten wie die der Tagfalter. 1994 standen 58 Prozent der 196 Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Seit 2002 benötigen 56 Tagfalterarten ein Schutzprogramm, um zu überleben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die wichtigste Ursache ist ganz klar die Zerstörung ihrer Lebensräume. Die Landwirtschaft ist viel zu intensiv, unter anderem durch Monokulturen und Überdüngung, und es werden zu viele Pestizide eingesetzt.

So wie der Kronwickenbläuling sind viele einheimische Schmetterlinge unmittelbar vom Aussterben bedroht. | © Gilles San Martin [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
So wie der Kronwickenbläuling sind viele einheimische Schmetterlinge unmittelbar vom Aussterben bedroht. | © Gilles San Martin [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge sind sehr wichtig für die Bestäubung von vielen Pflanzen. Die Anpassung der Blumen an einzelne Bestäubergruppen hat zu bestimmten Merkmalen der Blüten geführt. Demnach können nur bestimmte Schmetterlingsarten diese Blüten bestäuben. Wenn diese Schmetterlinge fehlen, verschwinden auch die Blumen. Zudem würde ohne diese Insekten ein wichtiger Teil im Ökosystem wegfallen. Nicht nur das natürliche Gleichgewicht wäre in Gefahr, sondern auch in der Nahrungsmittelproduktion könnte es demnach in Zukunft zu Engpässen kommen.

Aus diesen Gründen, und weil – im Gegensatz zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen – die urbanen Grünflächen weniger intensiv bewirtschaftet werden, setzt sich der Verein Stadtschmetterlinge für die Förderung der Schmetterlinge im urbanen Raum ein. Da die Stadt Biel dieses Streben unterstützt, hat sie sich entschieden, in einem vom Verein Stadtschmetterlinge entwickelten Pilotprojekt drei ausgewählte Grünflächen in Wildblumenwiesen umzugestalten, um so etwas zur Förderung der Schmetterlinge in Biel beizutragen.

© Verein Stadtschmetterlinge
Mit dem Einsatz des Vereins Stadtschmetterlinge sollen Schmetterlinge in Biel gefördert werden. | © Verein Stadtschmetterlinge

 

Es werden ausschliesslich einheimische Samenmischungen gesät. Die Bewirtschaftung durch die Stadtgärtnerei erfolgt ohne Einsatz von synthetischem Dünger, Insektiziden sowie Torfprodukten und es wird nur noch zweimal im Jahr gemäht. Dank dem Partner des Vereines Stadtschmetterlinge, Papa Papillon, werden einmalig auf den drei Wiesen diverse Raupen ausgesetzt. Somit ist die Ansiedlung der Schmetterlinge besser gewährleistet.

Auch die Raupen der einheimischen Schwalbenschwänze sind schön anzusehen. | © gbohne [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Auch die Raupen der einheimischen Schwalbenschwänze sind schön anzusehen. | © gbohne [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Am 20. Mai können sich Interessierte, im Rahmen des Festivals der Natur, genauer über das Projekt des Vereins Stadtschmetterlinge informieren. 

So einfach können Sie Zuhause unseren einheimischen Schmetterlingen helfen:

  • Mehr einheimische Pflanzen und weniger Exoten pflanzen.
  • Kein synthetischer Dünger, keine Insektizide und keine Torfprodukte benutzen.
  • Asthaufen, Totholz fürs Überwintern von Eier, Larven und Puppen liegen lassen.
  • Raupen nicht bekämpfen, die Pflanzen erholen sich von den Fressschäden.
  • Weniger Rasen mähen, dafür Wildblumen wachsen lassen.
  • Eine Ecke im Garten komplett unberührt lassen.
  • Von den Küchenkräutern nur einen Teil ernten und die verwelkten Pflanzen stehen lassen.
  • Mit Wildfenchel können die wunderschönen Schwalbenschwänze unterstützt werden.
  • Schmetterlinge mögen alle duftenden Blumen und Pflanzen.

Medienmitteilung des Vereins Stadtschmetterlinge und der Stadt Biel.

 

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