© Baudirektion Kanton Zürich
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Biberbestand im Kanton Zürich weniger stark gewachsen

  • Roman Vonwil
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Im Kanton Zürich leben mittlerweile über 300 Biber, verteilt auf 87 Reviere. Damit hat sich der Bestand innerhalb von drei Jahren um 22 Prozent vergrössert. Das ist ein weniger starker Zuwachs als in den Vorjahren. Vor allem im Norden des Kantons sind die besten Reviere mittlerweile besetzt.

Alle drei Jahre lässt der Kanton Zürich die Biberbestände erheben. Weil sich der scheue Nager selber kaum zählen lässt, wertet man seine Spuren aus. Im Winter 2013/2014 hat die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung zum dritten Mal den Biberbestand erheben lassen. Mit Hilfe vieler Freiwilliger wurden dabei alle relevanten Gewässerabschnitte im Kanton Zürich kontrolliert – total über 900 Kilometer. Der aktuelle Bericht zum Bibermonitoring liegt seit Herbst 2014 vor.

Die Gesamtrevierzahl nahm im Verlauf der letzten drei Jahre um 36 Prozent von 64 auf 87 Reviere zu, wie die Baudirektion des Kantons Zürich meldet. Die Population wuchs von 250 auf 306 Tiere an. Der Bestandeszuwachs verringerte sich im Vergleich zur Vorperiode 2008-2011 allerdings von 61 auf 22 Prozent. Als neues Gewässersystem wurde in den letzten drei Jahren die Limmat vom Biber besiedelt. Alle anderen, bisher nicht vom Biber besetzten Gewässer wie Zürichsee, Sihl, Reppisch, Kempt, Pfäffikersee, Eulach und die Töss oberhalb Winterthur blieben weiterhin unbesetzt.

Der Bestandeszuwachs ging zurück, da viele Gewässer im Norden des Kantons mittlerweile bereits von Bibern besiedelt sind. Die südliche Kantonshälfte nimmt er dagegen erst zögerlich in Besitz. Der überwiegende Teil der neuen Reviere waren denn auch Einzel- oder Paarreviere – Familienreviere sind nur wenige darunter.

Viele Menschen freuen sich über die Ankunft des in unseren Breiten einst ausgerotteten Baumeisters. Und auch die Natur profitiert, schafft der Biber mit seiner Bautätigkeit doch aussergewöhnlich artenreiche Lebensräume am Wasser.

Trotz Rückgang seiner Ausbreitung führen die Aktivitäten des Bibers aber auch weiterhin zu Konflikten, insbesondere mit der Land- und Forstwirtschaft. Seit 2012 ist der Umgang mit dem Biber im Kanton Zürich in einem Konzept geregelt. 2014 hat das Amt für Landschaft und Natur (ALN) zudem die Biberfachstelle Kanton Zürich geschaffen, welche bei Konflikten berät und mit den Betroffenen nach Lösungen sucht. Die Fachstelle hat vergangenes Jahr in 42 Fällen vor Ort informiert und, wo nötig, an Lösungen für ein Miteinander von Mensch und Biber mitgearbeitet.

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