Biber-Management in der Schweiz

  • Redaktion Naturschutz
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Damit das Überleben des Bibers in der Schweiz gesichert werden kann, müssen seine natürlichen Lebensräume besser vernetzt werden. Gleichzeitig sind allfällige Schäden in der Land- und Forstwirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren. Dies sind die Hauptstossrichtungen des vom BUWAL in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den betroffenen Kreisen ausgearbeiteten Konzepts Biber Schweiz. Die entsprechenden Bestimmungen traten letzte Woche in Kraft.

Gegenwärtig leben in der Schweiz zwischen 400 und 500 Biber, die meisten von ihnen im Mittelland. Diese Zahl sichert jedoch das langfristige Überleben der Nager nicht. Um das national und international geschützte Tier zu fördern, hat das BUWAL eine Vollzugshilfe entwickelt.
Das Konzept empfiehlt den Kantonen die Lebensräume des Bibers – wie etwa Auen sowie Uferzonen von Seen und Flüssen – zu schützen und zu vernetzen. Beim Hochwasserschutz sowie beim Kraftwerksbau sind die Ansprüche des Bibers zu berücksichtigen. Das Konzept will unter Verzicht auf menschliche Eingriffe die natürliche Entwicklung der Biberbestände gewährleisten. Wiederansiedlungen sollen die Ausnahme bleiben.
Darüber hinaus legt das Konzept Biber Schweiz Kriterien für die Verhinderung und die finanzielle Abgeltung von Biberschäden fest. Obwohl solche Schäden volkswirtschaftlich eher unbedeutend sind (Schadenssummen von maximal 10Õ000 Franken pro Jahr), können sie einzelne Landbesitzer stark treffen. Angesichts dessen verpflichten sich Bund und Kantone, zu gleichen Teilen für die Entschädigung betroffener Landwirte und Waldbesitzer aufzukommen. Sind die getroffenen Massnahmen zur Schadensverhütung nicht erfolgreich und verursachen einzelne Biber untragbare Schäden, können sie umgesiedelt werden. Ist dies nicht möglich, wäre als letzter Ausweg der Abschuss des Tieres denkbar.

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Medienmitteilung BUWAL

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