© Matthias Ripp [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Bevölkerung erwartet eine ökologische Landwirtschaft

  • Judith Schärer
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Wie eine neue Studie zeigt, erwartet die Bevölkerung vor allem eine schonende Bewirtschaftung der Landwirtschaftsflächenlächen und eine naturnahe Produktion von Lebensmitteln. In der Tendenz wird der Ökologie heute ein höherer Stellenwert eingeräumt als noch vor acht Jahren.

Die Erwartungen der Bevölkerung an die Landwirtschaft haben sich in den letzten acht Jahren nur unwesentlich verändert, wie eine neu publizierte Studie der Hochschule Luzern im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) zeigt.

Zum zweiten Mal nach 2007 hat das BLW in Erfahrung bringen wollen, welche Erwartungen die Schweizer Bevölkerung an ihre Landwirtschaft hat. Dazu hat die Hochschule Luzern im Frühling 2015 eine repräsentative Stichprobe von 1141 Personen befragt. Die Auswertung ergibt, dass sich die Erwartungen der Bevölkerung an die Landwirtschaft in den letzten acht Jahren nicht wesentlich geändert haben. Neben der naturnahen Produktion von Nahrungsmitteln wird immer noch die Erhaltung einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt erwartet. Während im 2007 der Einhaltung besonders strenger Tierschutzbestimmungen die höchste Priorität eingeräumt wurde, kommt diese Erwartung 2015 erst an sechster Stelle. Die Studie sagt jedoch nichts über die Gründe, weshalb diese Veränderung zu Stande kam.

Die abgefragten Erwartungen sind innerhalb der Bevölkerung heterogen verteilt. Tendenziell ist die Gruppe der Bevölkerung, für die ökologische Anliegen wichtig sind, etwas grösser geworden. Hingegen hat die Gruppe der „Bewahrer“, für die besonders die sozio-kulturelle Funktion der Landwirtschaft im Vordergrund steht, eher etwas an Bedeutung verloren. Ebenfalls nicht wesentlich verändert hat sich die Einschätzung der Bevölkerung über die Höhe der Unterstützung der Landwirtschaft durch den Staat. Sie wird immer noch als angemessen beurteilt.

Die Studie kommt zum Schluss, dass die schweizerische Agrarpolitik auf dem richtigen Weg ist. Mit dem auf die Abgeltung von Leistungen ausgerichteten Direktzahlungssystem der Agrarpolitik 2014-2017 werden explizit diejenigen Leistungen gefördert, die von der Bevölkerung erwartet werden.

4 Kommentare

  • diehueslers

    Ist die Bevölkerung auch bereit, den Mehraufwand einer schonenden und nachhaltigen Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen dem Produktionsaufwand und der Schweizer Kaufkraft entsprechend zu entschädigen. Die Erfahrung zeigt, dass dem nicht so ist! Die Schweizer Landwirte stehen in Konkurrenz mit Importprodukten, die unter anderen Produktionsbedingungen produziert werden können. Ein Zeichen muss also erst die Mehrheit der Konsumenten setzen. Das wäre konsequent und vor allem glaubwürdig.

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    • Ruedi Hasler

      @dihueslers: Da haben Sie absolut recht, die Konsumenten sind es, die zeigen müssen, dass sie wirklich bereit sind für eine andere Landwirtschaft mehr zu bezahlen. Es reicht nicht, bei Umfragen einfach zu sagen, man wolle das, aber beim Einkauf dann nicht entsprechend zu handeln. Jede und Jeder in der Schweiz hat bereits jetzt die Möglichkeit, dieses Zeichen bei jedem Einkauf zu setzen.

  • Ferdi Projer

    wo möglich wurden noch Personen in der Stadt befragt, die noch weniger über die Landwirtschaft informiert sind. Was nicht Bio zertifiziert und kontrolliert ist, sollte nicht mit Direktzahlungen überschüttet werden! Monsanto und Co. verdienen sich am ausgebrachten Gift das grosse Geld, solange dies wichtiger ist als die Umwelt wird die Artenvielfalt weiter abnehmen. Personen wählen die
    auch für die Umwelt einstehen!

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    • Susanne Rösli

      Danke für den Kommentar, absolut auf den Punkt gebracht!


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