Schutzmassnahmen für den Gartenrotschwanz schaffen innerhalb der Stadt La Chaux-de-Fonds (NE) ein «grünes Netz». Der Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2016 geht an ein Projekt zugunsten dieses charismatischen und bedrohten Vogels. Der Beugger-Preis ist mit 50'000 Fr. dotiert und wird von Pro Natura im Namen und Auftrag der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung alle zwei Jahre an ein vorbildliches Artenschutzprojekt vergeben. | © Yves Bilat
Schutzmassnahmen für den Gartenrotschwanz schaffen innerhalb der Stadt La Chaux-de-Fonds (NE) ein «grünes Netz». Der Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2016 geht an ein Projekt zugunsten dieses charismatischen und bedrohten Vogels. Der Beugger-Preis ist mit 50'000 Fr. dotiert und wird von Pro Natura im Namen und Auftrag der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung alle zwei Jahre an ein vorbildliches Artenschutzprojekt vergeben. | © Yves Bilat

Beugger-Preis 2016 geht an Gartenrotschwanz-Projekt

  • Amanda Buol
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Die Gartenrotschwanz-Gruppe (Gràfb) von La Chaux-de-Fonds gewinnt den 50’000 Franken dotierte Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2016. Das ausgezeichnete Projekt ergreift gezielte Massnahmen, das Lebensraumangebot für die Art zu vergrössern und sorgt somit für mehr Biodiversität im Siedlungsraum. Ziel ist es, in der Stadt ein Netz von Grünflächen aufzubauen, das auch mehr Lebensqualität für die Bevölkerung bringen wird.

Alle zwei Jahre zeichnen Pro Natura und die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung ein besonderes Naturschutzprojekt mit dem Elisabeth und Oscar Beugger-Preis aus. Thema der diesjährigen Ausschreibung war die Förderung der Naturvielfalt im Siedlungsraum. Der Jury fiel der Entscheid leicht. Der 50’000 Franken dotierte Preis geht an das Projekt «Netz von Grünräumen in der Stadt La Chaux-de-Fonds – unter den Fittichen des Gartenrotschwanzes». Es sei ein Vorzeigebeispiel für die Förderung der Biodiversität in Stadquartieren, die noch über Grünflächen verfügen. Zusätzlich gepflanzte Bäume und gezielte Massnahmen im Bereich der Krautschicht sollen bessere Bedingungen für die Natur und den Gartenrotschwanz schaffen. Gleichzeitig werde die Lebensqualität der Stadtbewohner erhöht, so Pro Natura.

Die Ausscheidung geeigneter Stadtgebiete erfolgte auf Grundlage wissenschaftlicher Studien, in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne und mit finanzieller Unterstützung zahlreicher Partner. Die Wahl fiel auf Quartiere, die sich für den Gartenrotschwanz besonders eignen oder entsprechendes Aufwertungspotenzial besitzen.

Als Art mit Symbolcharakter ist der Gartenrotschwanz gut geeignet, die Bevölkerung für die Naturvielfalt im Siedlungsraum zu sensibilisieren. In den Quartieren mit Aufwertungspotenzial sind Eigentümer und Mieter aufgerufen, die Grünflächen so zu gestalten, dass sie für den Gartenrotschwanz günstig sind. Durch die Verbindung und Vergrösserung dieser Zonen entsteht im Stadtraum von La Chaux-de-Fonds ein «grünes Netz», das auch von der Stadtplanung berücksichtigt wird.

Die Schweiz ist von einem extremen Landschaftswandel betroffen: Die bebaute Fläche hat stark zugenommen und die intensive Landwirtschaft führte zu einer Abnahme der Artenvielfalt in ländlichen Gebieten. Dem Gartenrotschwanz, der einst ein typischer Bewohner ländlicher Lebensräume war, bescherte diese Entwicklung einen starken Bestandesrückgang. Heute steht er auf der Roten Liste der Brutvögel. Er gilt als potenziell gefährdet und zählt zu den 50 Brutvogelarten, für die spezielle Erhaltungsmassnahmen prioritär sind.

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