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Bestände der Monarchfalter so tief wie nie

  • Sophie Ryser
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Der Monarchfalter, ein orange, weiss und schwarz gefärbter Schmetterling aus Nordamerika, ist weltbekannt. Dies vor allem, weil er jedes Jahr eine unglaubliche Reise unternimmt. Aus den USA und Kanada fliegt er zum Überwintern bis nach Mexiko, was eine Reise von bis zu 4500 Kilometern bedeutet. Dieser zweimonatige Flug ist die längste bekannte Migration eines Insektes. In Mexiko sind sie auf Wälder, besonders mit grossen Kiefern angewiesen, an welchen sie in riesigen Gruppen überwintern.

Dieses Spektakel ist aber bedroht. Die Bestände der Falter nehmen stetig ab, wie der WWF berichtet. Seit 1993, als die Überwachung der Populationen begann, kamen 2013 so wenige Schmetterlinge in ihren Winterquartieren an wie nie zuvor. Die Fläche, welche sie dabei einnahmen, hat in nur einem Jahr um 43,2 Prozent abgenommen.

Die Gründe dafür sind vielfältig, aber alle vom Menschen gemacht. Gerade in den USA werden viele gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, welche resistent gegen Herbizide sind. Deshalb werden vermehrt Pflanzenschutzmittel gesprüht, was aber auch die Hauptnahrung der Raupen, die Seidenpflanzen tötet. Weiter sind die Falter auf ihrer Reise immer häufiger mit extremen Wettersituationen, besonders auch höheren Temperaturen konfrontiert. Dies belastet nicht nur die erwachsenen Tiere, Temperaturen über 35 Grad Celsius können auch für die Larven tödlich sein und Eier austrocknen lassen. Weiter nehmen ihre Überwinterungsgebiete in Mexiko immer mehr ab. Durch illegalen Holzschlag verschwinden besonders die wichtigen grossen Bäume aus den Wäldern, was viele Falter im Winter erfrieren lässt.

Ein Verschwinden der Monarchfalter wäre nicht nur traurig, sondern auch ein Kulturverlust. Die Rückkehr der Falter wird in Mexiko mit der Rückkehr der Seelen ihrer Verstorbenen in Verbindung gebracht und ausgiebig gefeiert. Ausserdem ziehen die überwinternden Schmetterlinge jährlich mehr als 80’000 Touristen an.

Weitere Informationen (Englisch) 

Bild: Richiebits [Public domain], via Wikimedia Commons

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