Bessere Baumwolle gefordert

  • Silvan Kaufmann
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BaumwolleAm 1. Juli 2009 gründen internationale Firmen wie Adidas, Gap, IKEA und H&M zusammen mit dem WWF und weiteren Umwelt- und Entwicklungsorganisationen den Verein „Better Cotton Initiative“ (BCI). Unter den über 50 Trägerorganisationen ist auch die Migros. Das Staatssekretariat für Wirtschaft unterstützt die Initiative im Rahmen seiner wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit. BCI ist ein internationales Programm, welches sich zum Ziel setzt, die weltweite Baumwollproduktion für Mensch und Umwelt nachhaltiger zu machen.

In der einen oder andern Form kommt fast jeder Mensch dieser Erde täglich mit Baumwolle in Kontakt. Baumwolle ist ein Milliardengeschäft, welches allein in der Produktion über 300 Millionen Menschen beschäftigt. 99 Prozent aller Baumwollbauern leben und arbeiten in teilweise extremer Armut. Fast überall beeinträchtigt der Baumwollanbau die Umwelt und die Gesundheit der Menschen durch den enormen Bedarf an Wasser und Chemikalien. Höchste Zeit zum Handeln!

Zwar gibt es bereits Bio- und Fairtrade-Baumwolle, doch decken diese heute weniger als ein Prozent der globalen Produktion ab. Eine umfassendere Lösung, welche diese beiden Ansätze ergänzt und verstärkt, ist daher dringend notwendig. Die „Better Cotton Initiative“  will dafür sorgen, dass die Baumwolle künftig nachhaltiger produziert wird. Das ist besser für die Leute, die sie anbauen und besser für die Umwelt, in der sie wächst. Das „Better Cotton“-System bringt Verbesserungen in den global wichtigsten Problembereichen des Baumwollanbaus. So wird zum Beispiel der Bedarf an Wasser und Pflanzenschutzmitteln im Anbau wesentlich reduziert und die Arbeitsbedingungen der Baumwollbauern verbessert. In vom WWF und IKEA durchgeführten Vorprojekten in Pakistan und Indien konnte bereits eindrücklich aufgezeigt werden, dass sich der Wasser- und Pestizideinsatz mit einfachen Mitteln um bis zu 75 Prozent reduzieren lässt und gleichzeitig das Nettoeinkommen der Bauern um bis zu 70 Prozent gesteigert werden konnte.

Mit der Vereinsgründung tritt die BCI in eine neue Phase. Nachdem die Anbaukriterien, der Marktzugang sowie die notwendigen Kontrollmechanismen definiert sind, kann die BCI zusammen mit lokalen Partnern  nun Pilotprojekte in Pakistan, Indien, West Afrika und Brasilien realisieren. „Better Cotton“ wird daher erstmals im kommenden Jahr auf dem Markt verfügbar sein. Damit haben die Textilproduzenten die Möglichkeit, künftig einen Rohstoff einzukaufen, der nachhaltiger produziert wird als dies heute der Fall ist.

WWF
www.bettercotton.org

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