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Beschwerde gegen Wolfsabschüsse eingereicht

  • Amanda Buol
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Der WWF Schweiz reicht Beschwerde gegen den geplanten Abschuss zweier Calanda-Jungwölfe ein. Damit will er erreichen, dass künftig dank präventiver Massnahmen Abschüsse vermieden werden. Bedauerlicherweise sind die rechtliche Grundlagen ungenügend, um die unmittelbar drohenden Abschüsse zu verhindern.

Im Dezember 2015 wurde der Abschuss zweier Jung-Wölfe im Calanda-Rudel von den Kantonen SG und GR beantragt und bewilligt. Die Abschüsse sollen die Sicherheit der Bewohner gewährleisten. Die Umweltorganisationen kritisieren dieses Vorgehen als zu voreilig und unverhältnismässig. Der WWF Schweiz reichte nun aus diesem Grund eine Beschwerde bei den Verwaltungsgerichten SG und GR ein. In der Beschwerde verlangt der WWF zukünftige Massnahmen gegen den fahrlässigen Umgang mit anlockende Futterquellen in der Nähe von Siedlungen. So sollen die Behörden mehr zur Verantwortung in einer sachlichen Wolfspolitik angehalten werden. Der WWF fordert, dass diese präventiven Massnahmen unverzüglich durchgesetzt und streng kontrolliert werden.

„Viele Wölfe wurden in der Nähe von Futterquellen gesichtet. Faktisch wurden die Wölfe regelrecht angefüttert. Dies gilt es in Zukunft unbedingt zu verhindern.“

Gabor von Bethlenfalvy, WWF-Grossraubtier-Experte

Der WWF kritisiert die bewilligten Abschüsse ausserdem als unverhältnismässig. So werde bereits normales Wolfsverhalten als potentielle Gefahr dargestellt. Dass die zurückbleibenden Wölfe aus den Abschüssen etwas lernen, ist fachlich höchst fragwürdig, denn sie dürfen  gemäss Abschussverfügung auch fernab von menschlichen Siedlungen geschossen werden.

Als mögliche Alternative sollen die Wölfe mit einem Sender ausgestattet werden, meint der WWF. Dies sei die bessere Vergrämungsmassnahme und diene dem verbesserten Monitoring. Als weitere Massnahme sollen Wolfsexperten die Abschüsse wissenschaftlich begleiten.

Pro Natura dagegen reicht keine Beschwerde ein. Grund sei die im Sommer 2015 vom Bundesrat in Kraft gesetzte Änderung der Jagdverordnung, welche die Tötung von Jungwölfen im Grundsatz ermögliche. Dies auf gerichtlichem Weg zu verhindern sei deshalb schwierig. Pro Natura betont aber stark, dass sie mit den Abschüssen und dem voreiligen Handeln der Kantone und dem Bundesamt für Natur und Umwelt nicht einverstanden seien.

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